Mittwoch, 9. Dezember 2015
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Pointenlos

, 23:17

Ich habe mal wieder ein Projekt vorzustellen: es handelt sich um ein im Moment noch leeres Gemeinschaftsblog für unvollendete Blogtexte, und es heißt Pointenlos.

Das ganze basiert auf einer Idee von Patricia Cammarata (aka Nuf):

@dasnuf: Mein Zweitblog soll heißen: 1.000 angefangene Blogtexte

Ich war gleich begeistert und habe die Domain registriert und eine Dummyseite angelegt. Und jetzt liegt das Blog schon seit August 2014 unbenutzt rum.

Eigentlich hätte ich das auch genau so als Kunstprojekt liegen lassen können; dass ein Blog für nicht fertiggestellte Texte selbst niemals fertiggestellt wird, hätte schleißlich perfekt zum Thema gepasst. Beim Treffen der Iron Blogger letzte Woche kam das Thema aber mal wieder auf, und drum möchte ich das Blog jetzt gerne reaktivieren.

Wer also einen angefangenen Blogtext hat, der einfach nicht fertig werden will, und der vielleicht noch dazu die Arbeit an anderen Texten blockiert, kann gerne einen Autorenzugang bekommen. Texte dürfen in jedem Stadium der Entstehung veröffentlicht werden, Einreichungen per Mail nehme ich auch an. Ich werde noch einen Hinweis installieren, dass Texte und Bilder soweit nicht anders angegeben unter CC-BY-Lizenz stehen — gebt das also bitte anders an, wenn es für Eure Werke nicht gilt.

Und wo ich gerade dabei bin: nebenan steht auch noch ein Gemeinschaftsblog für schlechte Gedichte, für das fast alles gerade geschriebene genauso gilt.

Dienstag, 13. Oktober 2015
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12 von 12 im Oktober 2015

, 21:38

Gestern habe ich das erste mal bei 12 von 12 mitgemacht. Das ist eine schon länger existierende Blogaktion, bei der Leute immer an einem 12. des Monats ihren Tag in 12 Bildern dokumentieren. Das Vorgehen hat ein bisschen Ähnlichkeit mit dem Open in Public Day, an dem ich auch schon einmal teilgenommen habe (und wer die Bilderserien vergleicht, wird auch feststellen, dass manche Aspekte meines Tags sehr ähnlich aussehen wie vor zweieinhalb Jahren).

Der Tag, den es gestern zufällig traf, unterschied sich von üblichen Alltagen in einem wesentlichen Punkt: statt abends für die Familie zu kochen, war ich noch einmal weg beim monatlichen Meeting der Freifunker.

1 von 12 2 von 12

3 von 12 4 von 12

5 von 12 6 von 12

… im Büro musste ich ein paar Stunden unfotografiert lassen. Das wäre irgendwie zu langweilig geworden …

7 von 12 8 von 12

Abends im shackspace:

9 von 12 10 von 12

11 von 12 12 von 12

Caro führt in ihrem Artikel auch eine Liste der teilnehmenden Blogs (über 250!).

Donnerstag, 8. Oktober 2015
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Wie klingt Dein Tag? II

, 22:04

Ok, der Jörn Schaar scheint das jetzt jeden Monat zu machen; die Klänge des Tages aufnehmen und präsentieren. Da bin ich wie letztes mal dabei.

Heute hören wir:

  • Einsteigen in die Stadtbahn U2 am Bahnhof Schwab-/Bebelstraße.
  • Fahrt in der Stadtbahn U12 über die Weinsteige.
  • Gemurmel im Meeting.
  • Den nervigen Lüfter des Labornetzteils gegenüber von meinem Arbeitsplatz.
  • Wie ich nach dem Müllrunterbringen mit dem Aufzug wieder in den dritten Stock fahre.
  • Den Kühlschrank, für den ich heute eine neue Lampe besorgen musste.
  • Wie ich den Kindern vorlese (was von Janosch).

Und beim nächsten mal schaffe es vielleicht auch noch, Intro und Outro dranzuschneiden.

Dienstag, 8. September 2015
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Wie klingt Dein Tag?

, 22:02

Leider habe ich heute erst bei Jörn „Schaarsen“ Schaar davon gelesen, dass der erste „Wie klingt Dein Tag?“-Tag ist. Sonst hätte ich mehr Werbung dafür gemacht. So konnte ich gerade mal ein paar Schnipsel meines Tags aufnehmen, und die gibt es jetzt zu hören.

Die drei Abschnitte sind:

  • Ich arbeite in einem Großraumbüro, in dem es manchmal ziemlich laut ist. Aber heute war es die meiste Zeit sehr leise.
  • Zu essen gab es heute Kässpätzle (schwer zu hören) mit Röstzwiebeln (besser zu hören).
  • Am Abend war noch Mumble der No-Spy-Gruppe.

 

Samstag, 25. April 2015
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Das Internet ist mein Fotoalbum. Mit Kindern drin.

, 23:57

In den letzten Tagen ging eine Reihe von Artikeln durch die Blogosphäre (ja, die scheint es doch noch zu geben), in denen es sich um Bilder von Kindern im Internet drehte. Der Auslöser war ein Artikel im Tagesspiegel, der so krawallig war („Das Zurschaustellen der eigenen Kinder im Internet ist Missbrauch“), dass ich ihn nicht verlinken werde. Der hat dann (unter anderem) Artikel bei Steve Rückwardt,  bei dem Nuf, bei Johnny Haeusler und beim Leitmedium ausgelöst (vielleicht auch nicht genau in dieser Reihenfolge). Außerdem habe ich zufällig auch noch in genau dieser Woche die Folge 009 des Leitmotiv-Podcasts gehört (mit Caspar Clemens Mierau und Susanne Mierau), die unter anderem gerade dieses Thema behandelt.

Im Gegensatz zum Zeitungsartikel waren alle Blogartikel ausgewogen, betrachteten die Argumente beider Seiten und kamen dann zu unterschiedlichen Schlüssen. Das ist natürlich in Ordnung, schließlich gibt es hier wie bei so vielen Dingen wahrscheinlich keine völlig richtige und keine völlig falsche Lösung.

Am überzeugendsten fand ich Johnnys Schlusssatz auf Spreeblick:

Kinder aber grundsätzlich “unsichtbar” werden zu lassen in genau dem Medium, von dem wir zurecht behaupten, dass es eben auch ein Lebensraum ist, halte ich für falsch. Denn je mehr Kinder zum Leben gehören, desto stärker können und werden sie sein.

Interessanterweise ist das aber nicht das erste mal, das auch ich mich mit genau dieser Thematik beschäftige, denn wir hatten genau darüber schon letztes Jahr auf dem Barcamp Stuttgart diskutiert.

Ich selbst halte es so:

Der „Photoblog„-Teil dieser Seite ist mein modernes Fotoalbum, und es enthält genau die Fotos, die in vordigitalen Zeiten im papiernen Fotoalbum geklebt hätten. Das zeigen Eltern ja auch gern mal irgendwelchen anderen Leuten. Einen Teil der Bilder veröffentliche ich dabei auch noch auf Instagram oder flickr (und dadurch auch auf twitter), dort nenne ich die Kinder aber nicht bei ihren Namen (was etwas albern ist, weil die Namen mit etwas Recherche durchaus rauszufinden sind).

Ob das das richtige Verhalten ist? Ich weiß es nicht und zitiere Maximilian Buddenbohm:

Tweet von @Buddenbohm

Und nachher wird sich wahrscheinlich sowieso rausstellen, dass den Kindern ihre Darstellung in Textform deutlich peinlicher ist als die Bilder (aber wenigstens habe ich mir für sie keine niedlichen Spitznamenbezeichnungen wie „Mupfelchen“ ausgedacht).

 

Sonntag, 11. Januar 2015
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Die Goldenen Blogger 2014 kommen

, 22:54

… und ich zurre auf diesem Server alles ordentlich fest, denn gleich zwei der nominierten Blogs laufen hier:

Morgen Abend findet ab 20:15 die Liveshow mit Abstimmung statt. Ich selbst kann leider nicht mitstimmen, weil ich anderweitig verpflichtet bin, aber ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Leser für „meine“ beiden Blogs stimmen könnten.

Sonntag, 30. November 2014
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Ich habe facebook von twitter getrennt

, 23:47

Bisher habe ich Facebook mit Inhalten gefüllt, indem ich Twitter dort meine Tweets hineinkippen ließ. Das möchte ich jetzt anders machen. Anlass war ein Gespräch im Redaktionschat des Techniktagebuchs. Ein hier nicht näher genannter Mitautor schrieb dort:

@Thomas R […] Da Du auf FB ja ausschließlich Deinen Twitterfeed einzuleiten scheinst, habe ich mich bisher nicht um Deine Freundschaft beworben. […]
(Ich finde, Du twitterst sehr gut, aber auf FB würde mir die hohe Posting-Frequenz ziemlich die Timeline zerschießen, daher.)

Ich möchte jetzt stattdessen das folgende ausprobieren: Twitter läuft nur noch hier ins WordPress. Dort habe ich das Social Plugin, mit dem ich meine wirklich gelungenen Tweets 😉 an Facebook schicken kann. Ein weiterer Vorteil: vielleicht klappt es so, dass die Antworten von Facebook auch hier aggregiert werden können. Jetzt muss ich nur noch rausfinden, wie ich beeinflussen kann, welches Vorschaubild Facebook anzieht…

Samstag, 13. September 2014
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Dezentralisierungsexperiment: Friendica

, 23:52

Die Leute sind mal wieder unzufrieden mit Twitter.

Die Anlässe ähneln sich immer: die APIs werden dichter gemacht, und Twitter übt Druck auf das Ökosystem aus, das um ihren Dienst herum entstanden ist (und ihn erst groß gemacht hat). Don Dahlmann hat dazu eine sehr ausführliche Zusammenfassung geschrieben.

Die Twittergemeinde tut das, was sie in solchen Fällen oft macht: sie probiert gleich mehrere Konkurrenzprodukte daraufhin aus, ob man dahin nicht abwandern könnte. Im Moment im Rennen:

  • Ello, das vieles schon ganz hübsch macht, im Moment auch fast täglich verbessert wird, aber noch sehr im Betazustand ist.
  • Sublevel, das schön minimalistisch daherkommt, in Details aber umständlich zu bedienen ist (und auch so gut wie leer).
  • Quitter, eine Installation von GNU social (ehemals StatusNet).

Aber einen zentralen Dienst durch einen anderen zu ersetzen, ist ja auch nur den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. (vgl.)

Schon im April hatte Silke Meyer aka *freie funken* unter dem Stichwort #lauffeuer zum Feldversuch aufgerufen für einen „Wechsel in freie, dezentrale soziale Netzwerke“. Das hatte ich seitdem aus dem Augenwinkel verfolgt, selbst aber noch nichts in der Richtung unternommen. Die Sache hatte es bisher ganz gemütlich auf meiner ToDo-Liste.

Jetzt habe ich endlich mal ein Friendica aufgesetzt — und zwar gleich ordentlich mit TLS und eigener Domain. Meine Instanz habe ich Fnordica genannt.

Fnordica

 

Von den Funktionen her gefällt mir das schon sehr gut, und es lässt sich auch noch vieles verstellen und/oder erweitern. Am Design meiner Seite muss ich sicher auch noch drehen.

Aber: im Moment spiegle ich meine twitter-Timeline da rein, damit überhaupt was los ist. Und eigentlich wäre es mir natürlich lieber, ein paar von Euch würden mitspielen. Wenn Ihr also mittesten möchtet, könnt Ihr Euch im Moment einfach auf Fnordica anmelden oder, noch viel besser, selbst eine Friendica-Instanz aufsetzen.

Ich bin zu finden unter dentaku@fnordica.de.

Donnerstag, 7. August 2014
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Zwei neue Blogs

, 23:43

Hier auf dem Server liegen einige Blogs: neben meinem eigenen (also diesem hier) z.B. auch die Zentrale der Iron Blogger, einige der Gruppenblogs der Iron Blogger, ein Blog über Schlechte Gedichte, susannerenger.de und percanta.de.

In diesen Tagen starten zwei neue und sehr unterschiedliche Blogs:

Ich empfehle, einfach mal beiden zu folgen.

Wer auch ein Blog haben möchte (oder schlechte Gedichte schreiben möchte), kann sich übrigens gern an mich wenden. Auf dem Server ist durchaus noch Platz.

Samstag, 5. Juli 2014
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10 Jahre Blog

, 18:13

Jetzt schreibe ich schon seit 10 Jahren hier rein.

Inzwischen habe ich geheiratet, bin nach Stuttgart gezogen, wir haben zwei Kinder bekommen und eine Wohnung gekauft. Während der ganzen Zeit entstand ein bunter Themenstrauß ohne strenge Auswahl oder Optimierung unter SEO-Gesichtspunkten, denn das hier ist mein Blog, und da schreibe ich rein was ich möchte.

Schließlich will ich nicht damit berühmt werden sondern schreibe das alles zuallererst für mich — als so eine Art ausgelagertes Gedächtnis. Wenn irgendwas davon für andere Menschen zufällig auch nützlich ist: sehr gut, wenn sich eine interessante Diskussion ergibt (passiert leider viel zu selten): um so besser.

So landeten hier mit der Zeit 851 Artikel, 2082 Fotos und jede Menge anderer Kram wie automatisch importierte Tweets und kommentierte Links.

Artikel pro Jahr

Hier seht Ihr die Verteilung der Artikel der Kategorie Blog über die letzten 10 Jahre (gut ist die anfängliche Begeisterung zu erkennen, dann der Knick dadurch, dass ich, wie so viele, die kürzeren Dinge eher auf twitter schreibe, dann wieder der Aufschwung durch die Iron Blogger).

Währenddessen habe ich über das Netz, auch mit Hilfe dieses Blogs, jede Menge nette Leute kennengelernt, deren Blogs ich regelmäßig lese, die mich immer wieder zum Denken bringen — oder zum Lachen.

So, an dieser Stelle wollte ich jetzt eigentlich eine Unterhaltung verlinken — ich meine, es wäre bei Maximilian Buddenbohm im Blog gewesen, die zu dem Schluss kam, dass wir nach 10 Jahren jetzt V.S.O.P.-Blogger sind. Das hatte mir gefallen, aber ich kann den Artikel nicht mehr finden.

Naja egal, auf die nächsten 10 Jahre.

Mittwoch, 2. Juli 2014
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Helft blogger.de

, 23:27

blogger.de gibt es schon immer — also zumindest ungefähr so lang wie die deutsche Blogosphäre. Und es gehört nicht zu blogger.com (das Teil von Google ist) sondern ist ein privates Projekt von Dirk Olbertz (genauer: eine riesige Antville-Installation), das sich hauptsächlich aus Spenden finanziert. Viele Blogs, die ich gerne Lese (z.B. stackenblochen (=Holgi), novemberregen, giardino, …) liegen dort.

Vor etwa drei Wochen wurde der Dienst Opfer eines Festplattencrashs trotz RAID und mit nicht 100% funktionierendem Backup. Das ist doof, aber Murphy ist fies und so kann das jedem mal passieren. Die Datenbank (und damit die Textinhalte der Blogs) konnte vom Backup wiederhergestellt werden, aber viele Bilder sind weg.

Damit möglichst viele davon doch noch gerettet werden können, befinden sich die kaputten Festplatten im Moment in der Datenrettung bei Kroll Ontrack. Das ist kein billiger Spaß, und so müssen bis zum 14. Juli knapp 3100 € zusammengesammelt werden.

Auf der Statusseite betreibt Dirk dafür eine Spendenaktion (das heißt jetzt wohl Crowdfunding), die auch schon einen guten Teil des Geldes sammeln konnte. Ich habe auch etwas in den Topf geworfen, obwohl ich meinen Blogserver ja selbst betreibe, und Ihr solltet das auch tun, weil dieser wichtige Teil der Blogosphäre gerettet werden muss.

Freitag, 13. Juni 2014
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Krautendspurt

, 08:05

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll.

Georg Christoph Lichtenberg

Als vor einem Monat das Krautfunding (SCNR) des Krautreporter-Magazins auf der Bildfläche auftauchte, habe ich sofort zugeschlagen und bin „Mitglied geworden“.

Das habe ich nicht deshalb gemacht, weil mich deren Konzept sofort vollständig überzeugt hat, sondern weil sie wenigstens einen Versuch unternehmen wollen, den zweifellos furchtbaren Zustand des Journalismus im Web zu verbessern, in dem im Moment nur Seiten überleben zu können scheinen, die alles mit Werbung zupflastern und sich auf Klickstrecken spezialisieren.

Unter den Projektbeteiligten waren auch gleich einige Leute, deren Texte ich schon jetzt sehr gerne lese (ich picke mal Stefan Niggemeier raus), und ich bin auch in der privilegierten Lage, einem Projekt mal eben 60€ geben zu können und dann mal zu gucken, ob es gut wird.

Natürlich sind die Krautreporter mit diesem Ziel bei weitem nicht die einzigen, und es gab im Vorfeld auch viel berechtigte Kritik (der geringe Frauenanteil, die eher mäßige (Krisen-)Kommunikation, dass keine Beispielarbeiten gezeigt wurden, die anfangs stark eingeschränkten Zahlungsoptionen,…), und so war es kein Wunder, dass die Kampagne eher schleppend lief und vor ein paar Tagen eigentlich schon totgesagt war.

Das sieht jetzt plötzlich wieder besser aus, und heute am Anfang des letzten Tags fehlen nur noch 1763 Unterstützer oder 11,75%:

Krautreporterentwicklung

Schöne Grafik von Julius Becker via Felix Schwenzels wirres.

Es würde mich freuen, wenn sie es doch noch schaffen würden, ich will Euch aber nicht zur Unterstützung drängen. Also gucken wir mal, was heute am Ende des Tages dabei rausgekommen sein wird.

 

Dienstag, 13. Mai 2014
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Ist schon wieder Vollmond?

, 17:18

Ein Tweet war der Auslöser:

anjam_DD: @CucinaCasalinga istschonwiedervollmond.de #allebekloppt

… und ich wollte auch schon immer mal so eine nützliche Single-Purpose-Seite haben. Daher präsentiere ich nach kurzer Bastelei für Euch alle: Ist schon wieder Vollmond?

(hoffentlich funktioniert das jetzt beim nächsten Vollmond auch richtig — der ist glaub‘ ich morgen)

Sonntag, 27. April 2014
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wazong und Heartbleed

, 00:19

Heartbleed. Der erste Sicherheitsbug mit eigenem Logo und Webseite. Das eigentliche Problem muss ich sicher nicht mehr erklären (wenn noch Unklarheit besteht, hilft wie immer xkcd). Und natürlich war auch wazong betroffen, wenn auch nur ganz kurz.

Bis zum 21. März 2014 hatte ich nämlich noch OpenSSL 0.9.8 im Einsatz und hatte das gerade erst im Zuge der Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit durch eine von Heartbleed betroffene Version ersetzt. Nun ja.

Die OpenSSL-Version war nach Veröffentlichung des Bugreports schnell ersetzt, aber bisher fehlten mir noch neue Zertifikate. Und mit neuen Zertifikaten allein war es auch nicht getan: sollten die privaten Schlüssel der alten Zertifikate in falsche Hände geraten sein, dann könnte ja jemand meine Serveridentitäten vorspiegeln.

An diesem Punkt rächte sich, dass ich kostenlose Zertifikate einsetze. Denn zum Ausgleich kostet ein Zertifikatrückruf bei StartSSL 24,90 $ (im Moment 18,58 €) pro Zertifikat. Da musste ich wohl in den sauren Apfel beißen und knapp 60 € nach Israel schicken.

Die folgenden Zertifikate sind jetzt also nicht mehr gültig und sollten bei funktionierender Infrastruktur auch nicht mehr von Browser akzeptiert werden:

  • dentaku.wazong.de mit SHA1-Fingerprint CD 5E 27 98 49 DF 09 4E AC 4B 8D 3B 4D 5F 71 D0 29 6A F0 3F
  • mail.wazong.de mit SHA1-Fingerprint B1 0F 3C A4 F8 BA 16 82 FE 4E 82 61 55 B5 45 52 46 9A 24 EE
  • piwik.wazong.de mit SHA1-Fingerprint D1 F0 DF B9 BC AC 89 1D 26 FB 53 9B C4 15 06 CB 4E D5 78 39

Das Zertifikat für prismcamp.de war nicht betroffen, da ich das erst nach der Reparatur erzeugt habe.

Jetzt seid Ihr als meine Benutzer dran: wie @janl in dieser ausführlichen Handreichung auf Kleinerdrei geschrieben hat (Hervorhebung von mir):

[…]

Und selbst dann sind wir noch nicht durch mit dem Thema Heartbleed. Weil potentiell alle unsere Passwörter bekannt sind, müssen wir nun für jeden Dienst, den wir im Internet nutzen unser Passwort ändern, und zwar erst dann, wenn wir von dem Dienst wissen, dass sie mit allen neuen Sicherheitsmaßnahmen durch sind. Solange sich z.B. Twitter nicht dazu äußert, dass sie alle Maßnahmen ergriffen haben, bringt eine Passwortänderung leider noch nichts.

[…]

Ich bin durch, Ihr müsst Eure Passwörter ändern.

Samstag, 8. März 2014
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TLS besser machen

, 23:49

Anmerkung: Auch wenn im folgenden ganz viele Dinge irgendwas mit SSL heißen, möchte ich noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Bezeichnung seit 15 Jahren(!) veraltet ist. SSL war eine proprietäre Verschlüsselungserweiterung von Netscape (und es gab vergleichbare Technik von Microsoft unter dem Namen PCT). Seit es 1999 von der IETF standardisiert wurde, heißt es TLS.

TLS (https) habe ich auf dieser Seite schon seit einiger Zeit angeboten. Bisher hatte ich dazu ein Zertifikat von CAcert, doch die sind leider auf den meisten Systemen nicht Teil der vorgegebenen vertrauenswürdigen Zertifizierungsstellen (vgl. Kryptographie ist schwierig). Dadurch war die verschlüsselte Verbindung zu meinem Blog außerhalb von Nerdkreisen nicht zu gebrauchen, weil sie je nach Browser mit verschieden drastischen Sicherheitswarnungen verbunden war. Das musste besser werden.

Im SSL Server Test (seufz) schlug sich das dann auch in einer entsprechenden Note nieder:

Overall Rating: F

Ein F (Note 6). Nicht gut.

mehr…

Mittwoch, 26. Februar 2014
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Grrr, gekürzte Feeds

, 14:10

Ich verstehe ja noch immer nicht, warum Blogger ihre RSS-Feeds abschneiden. Die meisten Artikel lese ich im Feedreader, und wenn da nur so etwas steht:

Feed gekürzt -- dafür aber drei andere Artikel eingefügt.

… dann scrolle ich in 9 von 10 Fällen einfach weiter und lese weder den angerissenen noch die drei verlinkten anderen Artikel (huh?). Meine Fever-Installation hat deshalb einen eigenen Giftschrank-Ordner mit dem Namen Verstümmelter Feed.

Manchmal passiert das ja aus Versehen. Schnell ist zum Beispiel in WordPress unabsichtlich irgendwas verstellt, und so sind in der Vergangenheit auch bei einigen Blogs, die ich regelmäßig lese, die Feeds zwischen beiden Versionen hin- und hergesprungen.

Da ich sowieso gerade mal wieder sortierend meine Abonnements durchgegangen bin prangere ich die folgenden Blogs an: rein in den Ordner Verstümmelter Feed:

Sollte der abgeschnittene Feed ein Versehen gewesen sein: stellt es bitte wieder um. Sollte der abgeschnittene Feed Absicht sein: erklärt mir das mal.

Und nun noch zum erfreulichen Teil: raus aus dem Ordner Verstümmelter Feed:

Donnerstag, 13. Februar 2014
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Netzarchäologie: meine erste Homepage

, 23:15

Bei Oliver habe ich einen Artikel über seine ersten Webseiten gelesen. Bei ihm war das 1996, aber die frühen Werke sind inzwischen nicht mehr zu finden (von wegen Internet vergisst nichts). Das hat mich dazu gebracht, auch mal in der Wayback Machine zu kramen. Alles aus der vor-Blog-Zeit ist nämlich auch bei mir nicht mehr direkt abrufbar.

Die erste Seite war eine Studentenhomepage am Institut für Informatik der TU München mit URL in klassischer Tilde-Notation: www.informatik.tu-muenchen.de/~beckert/ . Die Seite muss so ab Mitte 1995 existiert haben. Die älteste Aufzeichnung in der Wayback Machine ist vom 16. Juni 1997 und sieht so aus:

Becki im Netz

(voll 90er, oder?)

Die Nächste Seite war dann schon wazong.de; die Domain existiert seit Mitte 1999. Wie sie zu dem heute existierenden Heim meines Blogs geworden ist, habe ich hier vor fast fünf Jahren schon einmal erklärt.

Mittwoch, 22. Januar 2014
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Lektionen in der Lenkung von Internetbenutzerhorden

, 10:20

Gestern wurde bekannt, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) an eine Liste mit 16000000 kompromittierten Nutzerkonten gelangt ist. Die Informationen enthalten jeweils Mailadresse und Passwort. Statt das offensichtliche zu tun (also die Mailadressen automatisch anzuschreiben), richtete das BSI unter www.sicherheitstest.bsi.de eine Seite ein, auf der jeder Internetbenutzer alle seine (bzw jede Internetbenutzerin all ihre) Mailadressen nacheinander eingeben und dann eine Mail bekommen soll, wenn die Adresse betroffen ist.

Das ist aus mehreren Gründen unglücklich:

Zum einen halte ich es im Moment für eine extrem schlechte Idee, einer staatlichen Behörde beim Aufbau der größten Liste aktiv genutzter Mailadressen Deutscher Bürger zu helfen.

Und dann wurde der Server über allen großen Nachrichtenseiten „beworben“, sogar in den Fernsehnachrichten angekündigt. Was wird da wohl passieren? Richtig: der Server wurde überrannt und war gestern nur sporadisch erreichbar. Einen DDoS-Angriff dieser Größenordnung hätte wahrscheinlich auch Anonymous nur schwer anzetteln können. (vgl.)

Netzpolitik.org berichtet ganz treffend, und genau unter dem Artikel tauchen jetzt massenhaft „Bitte überprüfen sie meine E-Mail Adresse und geben mir dann bescheid!“-Kommentare auf. Entweder habe ich da ein Mem nicht verstanden, oder die Leute können wirklich die Sicherheitsseite nicht von Berichterstattung über die Sicherheitsseite unterscheiden…

Update: Ihr solltet unbedingt auch bei fefe darüber lesen.

Freitag, 17. Januar 2014
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Meine Lieblingstasse

, 22:31

Stefan Evertz (@hirnrinde) fragt in einer Blogparade nach unseren Lieblingstassen.

Tassen habe ich echt viele. Und ich mag sie aus ganz verschiedenen Gründen, deshalb ist das gar nicht so leicht zu beantworten. Da wären die Tassen mit den vergangenen Logos meiner Arbeitgeber, die haben natürlich einen nostalgischen Wert:

a:s:s:e AS

Dann mag ich geekige Exemplare wie diese beiden Tricktassen:

Aber meine aktuelle Lieblingstasse hat gleich zwei Vorteile. Erstens ist sie richtig schön groß (viel Kaffee!) und zweitens trägt sie genau das richtige Motiv für meine Stimmung zur Kaffeepause (gezeichnet von Kiki, wo es die Tasse auch zu bestellen gibt):

Ihr schafft das schon, auch ohne mich.

Sonntag, 22. Dezember 2013
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Stöckchen: 11 Fragen

, 21:35

Mika hat alle Stuttgarter Iron Blogger mit einem Stöckchen beworfen. Ich selbst werfe solche Dinge ja nicht in der Gegend rum, beantworte sie aber immer gern. Also:

1. Was hast du dir als Kind schon immer zu Weihnachten gewünscht und nie bekommen?

In Verbindung mit Weihnachten kann ich mich an so etwas nicht erinnern. Aber so im Grundschulalter hatten mein Bruder und ich uns mal eine Waschanlage für die Spielzeugautos eingebildet, die unsere Eltern nicht kaufen wollten. Wir haben dann unser Taschengeld gespart und das Ding selbst gekauft (für 40 DM !). Es war vom Spielspaß her eher eine Enttäuschung und stand dann viel im Regal rum.

2. Was ist dein Lieblingsspielzeug heute?

Heute bin ich größtenteils auf Technikspielzeug umgestiegen. So ein tragbarer Taschencomputer (aka Smartphone) ist ja praktisch das Schweizer Taschenmesser unter den Spielzeugen.

3. Wenn du das Leben einer wichtigen Persönlichkeit beeinflussen könntest, wer wäre es?

Da muss man immer „Hitler“ antworten, oder?
Im Ernst: ich habe genug Zeitreisegeschichten gelesen um es nicht zu wagen, den Lauf der Vergangenheit nachträglich zu ändern.

4. Welche 3 Kinderbücher haben dich als am meisten gefesselt?

  • Die Unendliche Geschichte von Michael Ende — und ich war von der Verfilmung, die nur bis zur Mitte des Buchs kam wahnsinnig enttäuscht.
  • Der weiße Wolf von Käthe Recheis
  • (hmm, und ich habe noch viele andere Bücher gelesen, aber im Gedächtnis finde ich nur noch die, die ich viel später gelesen habe)

5. Mal angenommen du hättest Kinder, was würdest du ihnen zum Thema Internet unbedingt mit auf den Weg geben?

Ich habe ja zwei Kinder, die sind aber noch zu klein um allein ins Internet zu kommen. Das wird noch eine interessante Aufgabe für die nächsten Jahre.

6. Welchen Blogger würdest du gerne mal persönlich treffen?

Einige, und bei manchen ist mir das auch schon gelungen. Die re:publica wirkt da immer Wunder. Aber den jawl würde ich gern mal wirklich treffen, und den Herrn Buddenbohm zum Beispiel auch.

7. Was haben bloggen und schuheputzen für dich gemeinsam?

Vielleicht dass beides einfacher wird, wenn man es regelmäßig macht.

8. Der schlechteste Film ever? Warum?

In der Rückschau war der gar nicht so schlecht, aber als ich ihn im Kino gesehen habe, habe ich mich wahnsinnig über Wayne’s World geärgert. Die „Neudefinition des Humors“ hatte ich mir vorher irgendwie anders vorgestellt.

9. Über welches persönliche oder gesellschaftliche Thema wolltest du schon immer mal schreiben hast dich nie getraut?

Regelmäßig juckt’s mich in den Fingern, mich über den Netzfeminismus zu beschweren. Zum Glück hab ich’s bisher immer gelassen, denn wahrscheinlich hätte ich mit meinem ersten Impuls immer falsch gelegen. Dann lese ich immer ein wenig von den unterschiedlichen Meinungen zu dem jeweiligen Thema und dann weiß ich selber nicht mehr was ich meinen soll. Es ist kompliziert.

10. Wie hoch wäre für dich ein Einkommen, mit dem du sorgenlos Leben könntest?

Eigentlich habe ich das im Moment; ich würde so viel Geld nur gern in weniger Zeit verdienen und dadurch mehr davon für Familie, Bloggen, … übrig haben.

11. Wenn dein Leben eine Komödie wäre, welcher Lacher müsste unbedingt kommen?

Ich könnte sicher einige komische Situationen dadurch erzeugen, dass ich wahnsinnig schlecht Leute wiedererkenne. Und Redewendungen korrekt wiedergeben kann ich auch nicht.

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