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Geimpft

In den letzten Wochen tauchten in meiner Twitter-Timeline so viele Leute mit Impfies auf, dass ich mir dachte: „Wenn die schon dran sind, dann könnte ich vielleicht auch bald dran sein.“ Schließlich habe ich mit Asthma, Bluthochdruck und Fettleibigkeit gleich mehrere der Krankheiten, die eine Priorisierung wegen der höheren Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs der COVID-19-Erkrankung begründen.

Schritt 1: Attest

Also habe ich mal bei meiner Hausarztpraxis angerufen, und die sagte: „Na klar, Attest ist raus.“ Zwei Tage später hatte ich ein hochoffiziell klingendes Schreiben auf schickem Briefpapier in den Händen.

Schritt 2: Terminbuchung

Über den Prozess der Impfterminbuchung hatte ich schon mit Schrecken bei Heibie gelesen, und er hat alle Erwartungen erfüllt. Es begann damit, dass ein Vermittlungscode benötigt wurde. Um den zu bekommen, musste ich (selbst!) prüfen, ob ich Anspruch auf eine Corona-Schutzimpfung habe:

Screenshot:
Wurde Ihr Anspruch auf eine Corona-Schutzimpfung bereits geprüft?

[Nein (Anspruch prüfen)]

Es wurden keine freien Termine in Ihrer Region gefunden. Bitte probieren Sie es später erneut.

Leider erscheint das Formular, in dem ich mir das selbst bestätigen kann, nur dann, wenn gerade ein Impftermin frei wäre (den ich dann gar nicht bekommen kann, weshalb diese Einschränkung völlig unverständlich ist). Da hilft nur sehr fleißiges Neuladen, mehrere Tage lang. Als das Formular erschien, gab es noch eine SMS-Verifikation, und dann kam der Vermittlungscode per Mail. Uffz.

Screenshot:
Impftermine
[Termine suchen]

Mit dem Vermittlungscode musste wieder so lang eine andere Seite neu geladen werden, bis Termine zur Auswahl auftauchten. Nach diesmal nur anderthalb Stunden bekam ich eine Liste mit genau einem Terminpaar (für Erst- und Zweitimpfung) zur Auswahl. Dann nehme ich das doch.

Terminbestätigung für Ihre Corona-Schutzimpfung

Sie haben erfolgreich Ihren Corona-Impftermin gebucht.

hr Impftermin: 29.04.2021 um 09:10 Uhr

Bitte bringen Sie Ihren Personalausweis, Ihren Impfpass, Ihre Versichertenkarte sowie eine Kopie dieser Bestätigungsmail inkl. ihres Vermittlungscodes zur Impfung mit (digital oder ausgedruckt).

Halt! Erst noch alle persönlichen Daten eingeben und noch einmal die Mailadresse bestätigen, an die vorhin schon der Code gesendet wurde (warum?), und dann kamen endlich die zwei Bestätigungen. Ich hatte Impftermine.

Schritt 3: Impfpass suchen

Der Schritt war fast schon zu einfach: der Impfpass war genau da, wo ich ihn vermutet hatte.

Schritt 4: Impfzentrum

Zentrales Impfzentrum Klinikum Stuttgart (Außenansicht)

Gestern war ich dann im Impfzentrum Stuttgart Liederhalle. Das ist eine sehr beeindruckende Installation, der anzusehen ist, dass sie dazu gedacht war, tausende von Menschen durchschleusen. Da aber die dazu notwendige Impfstoffmenge bekanntlich (noch) nicht vorhanden ist, wirkte es gestern vergleichsweise verlassen. Die Stimmung war ungefähr wie an einem Flughafen in der Hochsaison — aber ganz früh am Morgen: lange Schlangenlinien aus Absperrbändern mit 1,50-m-Abstand-halten-Klebebändern auf dem Boden, die ich leer durchlief (genau wie am Flughafen standen auch hier Sicherheitskräfte am Rand und sahen so aus, als ob sie es nicht lustig finden würden, wenn ich das Personenleitsystem abkürze).

Um den Betrieb nicht unnötig aufzuhalten, wird empfohlen, sich Selbstanamnesebogen und Laufzettel vorher selbst auszudrucken. Dazu gibt es auf der Webseite impfen-bw.de einen PDF-Generator. Das hatte ich getan, und dadurch kam ich noch schneller durch alle Stationen. Also: fast. Am Checkin hatte ich nämlich noch das Problem, dass mein Attest gar nicht die Richtige Impfgruppe auswies. Da ich aber recht leicht Nachprüfbar mit einem BMI über 40 zur aktuell berechtigten Impfgruppe gehöre, und da die auf dem Attest genannte Impfgruppe ohnehin ab nächsten Montag schon dran sein wird, haben sie mich doch durchgelassen (zum Glück, denn sonst wäre ich wieder bei Schritt 2 gewesen).

Im Hegelsaal sind etwa 20 bis 30 Impfkabinen mit jeweils zwei Eingängen, so dass immer eine Person sich vorbereiten (Jacke aus- und anziehen, …) kann, während eine andere geimpft wird. Die Impfkabinen sind nach Städten benannt, ich war (leider nicht so mondän) in Berlin. Das eigentliche Impfen war dann total unspektakulär: einmal Pieks, Aufkleber und Stempel in den Impfpass, fertig.

Impfpass mit Corona-Impfung

Wegen meiner Allergien wurde mir statt der üblichen 15 Minuten eine Ruhezeit von 30 Minuten verordnet. Dafür ist der Schillersaal mit Stühlen im ordentlichen 2-Meter-Raster ausgestattet („Chillen im Schillersaal“, gnihihihi … naja, zumindest zu dem Zeitpunkt fand ich das lustig). Es hätte dort auch Wasser zum Trinken gegeben, aber ich bin doch nicht verrückt und nehme in einem Raum mit so vielen Leuten meinen Mund-Nasen-Schutz ab.

Nachdem ich da meine halbe Stunde abgewartet hatte (kontrolliert hat das niemand, aber ich habe mir einfach einen Wecker gestellt und Podcasts gehört), kam ich dem Leitsystem folgend noch an einem Checkout-Schalter vorbei, und dann war ich auch schon wieder draußen vor der Tür.

Schritt 5: Nachbeobachtung

Screenshot der Apple Watch:
Benachrichtigung von SafeVac

Bitte erfassen Sie Ihre Symptome.

Im Dienste der Wissenschaft beobachte ich jetzt noch ein paar Tage meine Impfsymptome mit der SafeVac-App des Paul-Ehrlich-Instituts.

Bisher gibt es da allerdings nicht so viel zu erfassen — nur der Arm, in den ich die Spritze bekommen habe, tut weh.

So, und jetzt gehe ich erstmal zurück in meinen Lockdown bis zum zweiten Impftermin am 9. Juni.

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Unser eigener Lockdown

Heute fand auf Anregung des Bundespräsidenten eine Art Trauerfeier statt für die bisher über 80000 Toten, die die immer noch andauernde Corona-Pandemie inzwischen in Deutschland gefordert hat. Begleitet wurde das von der Bitte, Kerzen in die Fenster zu stellen um der Toten zu gedenken.

Selten habe ich mich von der Politik so wenig ernst genommen gefühlt.

Wie wahrscheinlich auch viele andere warte ich nämlich darauf, dass etwas gegen die weiterhin ansteigenden Infektionszahlen unternommen wird. Denn seit in den ersten Märzwochen ohne für mich nachvollziehbaren Grund mit Öffnungsdiskussionen begonnen wurde, gehen die Zahlen eigentlich nur noch nach oben. Aber die Konferenz aus Bundeskanzlerin und Ministerpräsident:innen, die sich vorher um die Richtung der Maßnahmen gekümmert hat, kann sich auf keine gemeinsame Linie mehr einigen (wir erinnern uns an die fehlgeschlagene „Osterruhe“), und der parlamentarische Weg, der nun stattdessen beschritten wird, dauert quälend lang.

Außerdem wird das, worauf sie sich wohl einigen werden, nach meiner Einschätzung keine Änderung der Situation herbeiführen, denn es beinhaltet mit der „Notbremse“ ab einer 7-Tage-Inzidenz von 100 noch immer hauptsächlich Einschränkungen privater Kontakte (z.B. Ausgangssperren zwischen 21:00 und 05:00, weil sich die Menschen bekanntlich nachts draußen anstecken) und versucht dabei Büros und Industroe so weit wie möglich zu schonen. Schulen aber sollen erst bei völlig unverantwortlichen Inzidenzwerten von 200 geschlossen werden.

Währenddessen steigen die Zahlen weiter. Hier unterhalte ich jeweils auf Mastodon und Twitter seit dem 20. März einen Thread, in dem ich die aktuellen Werte für Deutschland, Baden-Württemberg und Stuttgart beobachte.

Meine persönliche Situation sieht zum Glück so aus, dass ich nach wie vor nur im Homeoffice arbeite und wir uns auch sonst gut vom Kontakt mit anderen Menschen fernhalten können. Das sorgte zwar jetzt schon für das zweite Ostern ohne andere Teile der Familie zu treffen, und statt an eine Reise auch ur zu denken, haben wir die Osterferien dazu verwendet, einige Wände in der Wohnung neu zu streichen.

Nach den Osterferien begannen die Schulen in Baden-Württemberg erst einmal wieder mit einer Woche Fernunterricht und wollten eigentlich ab morgen wieder in den Wechselunterricht … äääh … wechseln. Wir bekamen neue Stundenpläne zugeshsickt, und die Klassen der Kinder wurden in Gruppen eingeteilt. Es zeichnete sich aber schon am Ende der letzten Woche ab, dass die für die Testpflicht vorgesehenen Schnelltests noch nicht bei allen Schulen angekommen waren, und das die oben erwähnte 200er-Grenze in Stuttgart schon am Wochenende gerissen werden könnte. Dementsprechend erreichten uns im Laufe des Wochenendes auch nacheinander Mails von beiden Schulen, die den Präsenzunterricht erst einmal wieder absagten. Diese Mails klingen aber nach wie vor so, als könnte es jeden Moment wieder losgehen:


Wenn die 7-Tages Inzidenz nicht wie erwartet für drei Tage über 200 steigt und wir bis dahin ausreichend mit Testkits versorgt wurden, werden wir zur Mitte der Woche in den Wechselunterricht einsteigen. Ich hoffe, dass ich Sie zu Beginn der Woche darüber informieren kann.

Deshalb haben wir jetzt einen eigenen Lockdown beschlossen: solange die 7-Tage-Inzidenz in Stuttgart nicht wieder deutlich unter 100 fällt (und eigentlich ist auch das noch zu hoch), werden die Kinder nicht wieder in den Präsenzunterricht gehen.

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14 Jahre Twitter

Der erste Tweet

Vierzehn Jahre bin ich jetzt bei Twitter. Am Anfang mit großer Begeisterung, weil es eine offene API für kreative Experimente im Social Web zur Verfügung stellte. Andere Dienste konnten sich drumherum andocken und den Dienst, der sich zu dieser Zeit auf Textnachrichten beschränkte, ergänzen.

Aber der Zwang zum Geldverdienen änderte das mit der Zeit, und so wurden die Multimedia-Funktionen einverleibt oder nachgebaut, und neue Entwicklungen waren irgendwann nur noch mit den Twitter-eigenen Apps (die ursprünglich auch zugekauft waren) zugänglich. So wurde Twitter im Laufe der Zeit immer mehr zum Walled Garden.

Die offenen Systeme, auf denen kreative Dinge passieren können, sind heute die dezentralen, föderierten Netze wie Mastodon oder Matrix.

Bei Twitter bin ich heute nur noch wegen der vielen lieben Kontakte. Zögen die alle ins Fediverse um, bräuchte ich Twitter nicht mehr.

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Heute vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr war der erste Tag, an dem ich im Homeoffice war.

Es war ein Freitag, und diese neue Corona-Krankheit hatte begonnen, sich in Deutschland auszubreiten. An den zwei vorherigen Tagen war die Schule von Kind.eins schon wegen zweier Verdachtsfälle vorsorglich geschlossen gewesen, und an dem Tag selbst erfuhren wir, dass sie als Kontaktperson nun eine zweiwöchige häusliche Quarantäne einhalten müsse.

Während ich mir also an dem kleinen Sekretär im Wohnzimmer meinen Arbeitsplatz einrichtete, prasselten die Nachrichten von Schließungen rein. Im Endeffekt hatte unsere Familie dann doch nur einen Tag Vorsprung vorm Rest des Landes.

Nach ein paar Wochen Stillstand, so dachte ich damals, würde der Alltag zurückkehren. Ich hatte ja keine Ahnung.

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Megalockdown?

Jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ist gut für die Bekämpfung der Pandemie.

Angela Merkel

Wir befinden uns mitten in der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Seit Anfang November sind wir passend dazu im zweiten Lockdown, der als „Wellenbrecher“ angekündigt war, dieses Versprechen aber bisher nicht einhalten konnte. Die Vorschriften wurden zwar jetzt schon in mehreren Schritten weiter verschärft, aber die Infektionszahlen bewegen sich eher Seitwärts als deutlich Abwärts.

Bestätigte Neuinfektionen mit SARS-CoV2 in Deutschland

Jedesmal, wenn sich die Bundeskanzlerin seitdem mit den Ministerpräsident:innnen der Länder zur aktuellen Lage berät, dann wird als wichtigstes Ziel verkündet, noch weiter die Kontakte zu reduzieren.

Ich wüsste nicht, was ich dazu noch beitragen könnte.

Ich hatte seit März 2020 mit weniger als 10 Personen direkten Kontakt (also ohne „Maske“ mit geringem Abstand in einem Innenraum) und habe in der Zeit vielleicht zwei Leute zu Besuch gehabt.

Bei den Kindern waren es ein bisschen mehr. Vor allem in der Zeit vor Weihnachten, als die Schulen noch voll geöffnet hatten, gab es die bizarre Situation, dass sie den ganzen Tag ohne Abstand (aber immerhin mit Mund-Nasen-Bedeckung) mit über 25 anderen Kindern aus über 25 anderen Haushalten zusammen sitzen mussten, und nach dem Verlassen des Schulgebäudes theoretisch mit einer Ordnungsstrafe bedroht war, wenn sie noch zu dritt oder mehr zusammen standen (im ÖPNV hingegen ging das dann irgendwie wieder). Aber ich schweife ab.

Inzwischen haben wir in Baden-Württemberg Schulschließungen und eine Ausgangssperre, und das öffentliche Leben ist ab 20:00 praktisch eingestellt. Weder an Weihnachten noch an Silvester haben wir unseren Haushalt verlassen, und der Unterricht der Kinder findet online statt. Außer um Lebensmittel einzukaufen oder mit dem Hund spazieren zu gehen verlassen wir eigentlich nicht mehr das Haus.

Nachher um 14:00 ist nun das nächste Treffen der Ministerpräsident:innen mit der Bundeskanzlerin, und es wird ein „Megalockdown“ erwartet. Für mich wird sich dadurch vermutlich nichts ändern.

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Sechsundvierzig

Der Geburtstag, der ausfällt. Keine Gäste, keine Party, kein Kuchen, keine Geschenke(*), nicht auswärts Essen gehen.

*) tatsächlich habe ich mir was bestellt, aber das wird erst Anfang November geliefert

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Ich bleib lieber zuhause

Ich war heute zum ersten mal wieder in meinem Bürogebäude. Zuletzt war ich am 12. März dort gewesen, bevor sich unser Team in die Freiwillige Selbstquarantäne begab und am darauffolgenden Tag der ganze Rest des Landes.

Heute war jetzt ein Workshop zur Planung der Roadmap bis zum Ende des Jahres. Es hätte zwar die Möglichkeit zur Teilnahme über Teams gegeben, aber erfahrungsgemäß sind die entfernten Teilnehmer:innen solcher hybriden Veranstaltungen immer im Nachteil. Auch fand die Veranstaltung im größten Raum (das ist so eine Art Mensa mit über 100 m²) und mit eine überschaubaren Teilnehmerzahl statt, so dass die Abstandsregeln mit Sicherheit eingehalten wurden.

Die Hin- und Rückfahrt mit der S-Bahn war auch angenehm ereignislos: die Bahnen waren nicht allzu voll, und soweit ich das überblicken konnte, trugen alle Fahrgäste ihre Masken ordentlich.

Kalender des Scheiterns 2020

Unser Bürogebäude stellte sich allerdings als aus dem besten Weg zu einem Lost Place heraus. Alle Gänge sind zu Einbahnstraßen geworden, und die meisten Besprechungsräume sind nur noch für eine Person zugelassen — das hatte ich schon von Kollegen erfahren, die aus verschiedenen Gründen mal dort waren. Aber inzwischen haben auch alle Kaffeemaschinen den Geist aufgegeben, und das ganze Gebäude wirkt gespenstisch. Der Kalender des Scheiterns, den unser Team in unserer Ecke des Großraumbüros aufgestellt hatte, steht immer noch auf dem 13. März.

Morgen ist noch so ein Workshop geplant, aber ich glaube, dass ich an dem lieber wieder remote teilnehmen möchte.

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Vom Home-Schooling zur Onlineschule und zurück

Seit heute geht Kind.zwei wieder in die Schule, also richtig in das Gebäude. Aber erstmal nur für vier Tage, dann ist wieder Pause für zwei Wochen. Kind.eins fängt erst nächste Woche wieder an, hat dann aber einen zwei-Wochen-Rhythmus. Das alles gehört zu dem Plan, alle Schüler:innen in Baden-Württemberg in diesem Schuljahr noch einmal in die Schule zu schicken. Dieser Plan ersetzt beziehungsweise unterbricht die Routine der Onlineschule, die sich zwischen den Osterferien und den Pfingstferien eingespielt hatte.

Wie die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts wurde auch diese Phase an den beiden Schulen unserer Kinder sehr unterschiedlich gehandhabt.

Das (künstlerische) Gymnasium, das Kind.eins besucht, hatte die Osterferien genutzt, um auf Initiative (und wohl auch mit einigem zusätzlichen Einsatz) einiger Lehrkräfte für alle Schüler:innen Microsoft Teams einzurichten und darauf einen Onlineunterricht organisiert, der sich grob am Stundenplan orientierte. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten (die Lehrkräfte mussten zum Beispiel erst lernen, dass ihr Unterricht nur eine geringe Teilnahme hat, wenn sie ihn erst fünf Minuten vor Beginn in den Kalender eintragen) klappte das in den meisten Fächern ganz gut.

Bei Kind.zwei hingegen, eigentlich an einem Mathematik-Informatik-orientierten Gymnasium, hat nur die Deustschlehrerin zweimal Wöchentlich zur Videokonferenz auf Blizz eingeladen. Alle anderen Fächer stellten neue Lerninhalte und Aufgaben weiterhin in der sogenannten Homeoffice-Plattform zum Herunterladen zur Verfügung.

Die Qualität dieser Aufgaben hatte eine recht große Bandbreite: während der Musiklehrer nach wie vor mit eigenen YouTube-Videos und Links zu Online-Sequenzern zum Herumexperimentieren punktete, bereitete der Englischlehrer immerhin ein Vokabelquiz auf einer Lernplattform vor:

Screenshot eines Hangman-Spiels auf Learningapps.org

In Mathematik beschränkte sich der Unterricht hingegen auf solche Aufgabenblätter:

Für den Zeitraum 27.05-29.05.2020 solltet ihr folgende Aufgaben machen:

Thema: Rauminhalte messen
1.) Im Buch S. 173 ganz gründlich durchlesen, verstehen und den blauen Kasten ins Heft übertragen.
2.) S. 173/ Beispiel 1 und 2 durchlesen und verstehen

Übungsaufgaben:
S. 173/ Aufgabe 1
S. 174/ Aufgaben 2 bis 5, jeweils ganz
S. 175/ Aufgabe 6 bis 10, jeweils ganz

Für Freiwillige:
S. 175/ Aufgaben 12 und 13

… und die kopierten Musterlösungen für die Aufgaben.

Gleichzeitig tauchten mehr und mehr Aufgaben auf, für die nach draußen hätte gegangen werden müssen. Das begann mit „spielt Volleyball in Eurem Garten“ (welcher Garten?) und eskalierte zuletzt zu einer kompletten Anleitung, für den Kunstunterricht mit dem Wasserfarbkasten in die Natur zu ziehen und dort Pflanzen abzumalen (wir besorgten eine Topfpflanze).

Insgesamt hatte sich die Schule aber zwischen den Ferien gerade wieder gut eingependelt (im Gegensatz zu vor den Osterferien auch das zu bewältigende Pensum betreffend), darum bin ich nicht sicher, dass die Wiedereinführung des Schulgebäudes wirklich irgendwelche Vorteile bietet. Schließlich enthält der Präsenzunterricht auch nicht alle Schulfächer, und für die übrigen Fächer sind zum Teil bereits neue Aufgaben für Kind.zwei auf der Plattform aufgetaucht. Wann er die allerdings machen soll, ist mir noch nicht ganz klar.

Es gibt natürlich Familien, die es mit der Heim- und Onlineschule nicht so leicht hatten wie wir, aber ich sehe auch nicht so richtig, wie denen mit zwei oder drei weiteren unvollständigen Unterrichtswochen vor den Sommerferien geholfen werden soll. Im Zweifelsfall müssen auch die jetzt ihre bisherige Organisation wochenweise umwerfen und neu aufbauen.

Es bleibt spannend.

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Unerwarteter Ruhm

Im großen und ganzen schreibe ich ja auf allen meinen Kanälen fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Nur wenn mich Herr Buddenbohm mal verlinkt, dann trampeln hier plötzlich die Horden durch.

Mit meinem Getwitter hat es schon ab und zu geklappt, ins Fernsehen zu kommen — na ja, eigentlich nur in den Videotext, aber das war es auch schon an „Bekanntheit“ außerhalb meiner kleinen kuscheligen Internetblase.

Heute morgen trudelte aber plötzlich eine Mail von einem ehemaligen Klassenkameraden (Gymnasium, lange her) mit dem folgenden Inhalt bei mir ein:

hat Dir bestimmt schon jemand gesteckt, aber falls nicht:
Du bis heute auf Seite 1 der Süddeutschen Zeitung – Streiflicht!
Selten so gelacht…. 😀

Huch! Was? Wie? Hmm, auf der SZ-Webseite ist das Streiflicht nur für Abonnenten zu sehen, und ich hab inzwischen seit mehr als zehn Jahren kein Abo der SZ mehr. Nur den Anfang konnte ich lesen:

(SZ) Vor gut drei Jahren schrieb ein gewisser Thomas Renger auf Twitter: „Ich bin ja kein Bärenexperte, aber …“
[…]

Den erwähnten Tweet kannte ich natürlich, …

… aber nach dem Rest des Texts musste ich erst auf Twitter fragen.

Und es stellte sich tatsächlich raus: das Strefilicht hatte meinen alten (aber bisher erfolgreichsten) Tweet als Aufhänger genommen um allgemein über … äääh … naja, worauf der Autor eigentlich hinaus wollte habe ich dann doch nicht so richtig verstanden. Die Süddeutsche Zeitung ist vielleicht manchmal doch zu intellektuell. Aber den „obwaltenden selbstironischen Blick auf alles Expertentum, der so erhellend und erheiternd war“, den sie mir bescheiningt hat, muss ich unbedingt irgendwie in meine Twitter-Bio integrieren.

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Bitte warten Sie, während das Land neu gestartet wird

Wir sind also in der lang ersehnten Woche nach den Osterferien, der Woche, die „endlich“ die Lockerungen der Beschränkungen des Lebens bringen sollte. Die Nerven liegen auf allen Seiten blank, und ich kann alle Seiten mehr oder weniger verstehen. Naja, manche mehr und manche weniger.

  • Der Einzelhandel hat schlichte Existenzangst: wenn die Geschäfte geschlossen bleiben müssen aber Ladenmieten und andere Ausgaben weiter laufen, dann droht die Insolvenz.
  • Die Eltern können vielfach ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen, weil sie den ganzen Tag ihre Kinder betreuen müssen und zusätzlich die Stelle des Hilfslehrers übernehmen. Das komplette Betreuungsnetz ist weggebrochen, auch die Großeltern können und sollen z.B. nicht einspringen.
  • Die Bildungspolitiker sorgen sich um die Abschlüsse des Jahres 2020. Die sollen stattfinden und mit den Abschlüssen der übrigen Jahre vergleichbar sein.
  • Die Politik im allgemeinen will Handlungsfähigkeit beweisen. Irgendetwas musste jetzt getan werden.

Der Eindruck, den die auf dieser Basis beschlossenen „Lockerungen“ in großen Teilen der Bevölkerung hinterlassen haben (so ungefähr: „Puh, zum Glück sind wir da jetzt durch.“), den halte ich für ganz gefährlich. Schon vorher waren immer genug Menschen zu beobachten, die die Abstandsregeln offensichtlich nicht auf sich bezogen hatten, aber seit Montag ist im benachbarten Park wieder Dauerparty, und die Kinder spielen zusammen im Sand — nicht auf dem Spielplatz, denn der ist ja abgesperrt, aber dann eben neben dem Sportgerüst, das außerhalb des Spielplatzes steht. Und gleich Montag musste auch in der Stuttgarter Innenstadt die Polizei einschreiten und die Schlange vor einem Schuhgeschäft auflösen.

Als erste Geste des Zurückruderns haben jetzt mehrere Bundesländer eine Maskenpflicht in öffentlichen Räumen wie Geschäften und ÖPNV eingeführt, aber ob die etwas bewirkt, darauf bin ich auch gespannt. Heute war ich zum ersten mal seit dem Beginn der Quarantänezeit wieder in der Innenstadt (ein defektes iPad zu Gravis bringen, die haben ja jetzt wieder geöffnet). Ich trug dabei natürlich eine Gesichtsmaske, doch die Zahl der übrigen beobachteten Masken lag nur knapp über null.

Aber für Trial und Error ist die Regelverzögerung (Totzeit) der Infektionsrate einfach zu groß. Wer schon einmal versucht hat, die ideale Temperatur in einem Raum einzustellen, kennt das Grundproblem — und da liegt die Totzeit unter einer Stunde (Fußbodenheizung: ein paar Stunden). Bei den Coronainfektionen wirken sich Änderungen erst nach fünf bis zehn Tagen aus.

Ich bin da eher bei Pavel Mayer (klick auf das Bild führt zum kompletten Thread):

Meiner Meinung nach haben wir viel zu früh wieder locker gelassen. Ich weiß aber, dass ich das aus privilegierter Lage schreibe, denn ich kann mit nur geringen Unbequemlichkeiten und unveränderten Einnahmen aus dem Homeoffice arbeiten, und unsere Kinder sind groß genug, um den Tag ohne unsere Dauerbespaßung durchzustehen.

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Ostern allein

Ostersonntag, der hat ja eigentlich so seine Rituale. Viele davon mussten in diesem Jahr ausfallen oder sahen anders aus. Manche auch nicht.

Wie eigentlich in jedem Jahr hatten wir am Karsamstag nachmittags Eier gefärbt und abends Osternester zusammengestellt. Versteckt oder gesucht wurden die Eier nicht mehr, weil die Kinder dafür jetzt schon ein bisschen zu alt sind (und auch der Hund wahrscheinlich schneller im Finden gewesen wäre als die Kinder).

Statt die erweiterte Familie zu treffen hatten wir heute gleich zwei Videokonferenzen: mit meiner Schwiegermutter haben wir uns per Facetime unterhalten, etwas später über Jitsi mit meinen Eltern und meinem Bruder mit Familie. Nachdem das beim ersten spontanen Versuch so wunderbar geklappt hatte, kämpften wir diesmal etwas mit der Technik — vor allem, weil mein Vater seinen Gerätepark voll ausnutzen wollte.

Da Strom und Bäche aber sowas von vom Eise befreit waren, eigentlich sogar T-Shirt-Wetter herrschte, waren wir mit dem Hund zusammen auch auf so einer Art Osterspaziergang zum Feuersee und zurück. Natürlich in der Kleinstgruppe (2 Personen plus Hund) und unter Vermeidung sämtlicher Kontakte mit anderen Leuten. Das war die meiste Zeit nicht so schwierig, denn die Straßen waren erstaunlich leer. Aber die Parks und Plätze sind nach wie vor voll, und an dem Terrassenufer des Sees war es schon fast ein Gedränge. Ich hoffe mal, dass die Feiertage nicht wieder zu einem Anstieg des Anstiegs der Coronafälle führen werden.

Am Abend habe ich dann noch ein im Rahmen meiner Möglichkeiten festliches Essen zubereitet. Es gab Lamm, Bohnen und Rosmarinkartoffeln. Vollgefressen und zufrieden ließen wir den Abend gemütlich (abgesehen von der Tatsache, dass da noch ein Blogartikel zu schreiben war) vorm Fernseher ausklingen

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Update (Homeschooling, Isolation, Erkältung)

In der vergangenen Woche habe ich gar nichts mehr geschrieben. Aufgrund von technischen Problemen mit einer Softwarekomponente gab es an jedem Tag viel zu arbeiten, und danach konnte ich abends nur noch entweder total erschöpft rumhängen oder musste mich mit dem Schulstoff der Kinder beschäftigen. Gemeinsam mit ihnen habe ich mich durch Gotik am Beispiel des Kölner Doms (Bildende Kunst), Ver- und Überschuldungsstatistiken in Deutschland (Wirtschaftslehre), einen Aufsatz zur aktuellen Situation (Englisch) und Zeit-Ort-Diagramme (Physik) gearbeitet.

Jetzt sind endlich Osterferien. Das bedeutet, dass zumindest keine neuen Aufgaben mehr über den Zaun geworfen werden. Ein paar Fächer haben Freitag und Samstag noch Aufgaben für die Ferien geschickt, und Kind.eins hat auch noch einen Rückstau aus den letzten Wochen, aber zumindest die zweite Ferienwoche könnten beide Kinder tatsächlich frei haben.

Nach den Osterferien ist noch immer offiziell geplant, dass der Unterricht in den Schulen wieder startet, doch in den Mails, die aus den Schulen bei uns eintreffen, ist das schon vorsichtiger formuliert:

[…]
Notprogramm für eine fortgesetzte Schulschließung:
Ein Team um Frau F[…], Frau U[…] und Herrn M[…] versucht, für uns MicrosoftTeams einzurichten, um Online-Präsenz und Materialzusammenstellung sowie Zusammenarbeit auf der Ebene des Kollegiums wie in der Unterrichtung von Schülerinnen und Schülern für die Zeit nach Ostern vorzuplanen. Das könnte bedeuten, dass wir in bestimmten dann vorgegebenen Zeiträumen verstärkt per Chat / Audiokonferenz / Videokonferenz miteinander tagen bzw. den Schülerinnen und Schülern für Beratung und Unterricht zur Verfügung stehen. Leider weigert sich die Stadt Stuttgart als Schulträger, diese Anwendung auf schulischen PCs zur Verfügung zu stellen. Wir sind damit weiter auf private Endgeräte angewiesen
[…]

Im Alltag hat sich die Isolation gut durchgesetzt. Ich sehe draußen nur noch wenig Gruppenbildung, und die meist mit dem vorgegebenen Abstand. In den Geschäften haben sich die Regeln eingespielt, und die Versorgungslage pendelt sich langsam wieder ein. Mundschutzmasken werden langsam modern, aber ich habe inzwischen einige Leute gesehen, die ihre Masken als schickes neues Accessoire um den Hals trugen.

Am Freitag haben wir uns eine Pizza im vom „richtigen“ italienischen Restaurant gegönnt. Das darf seine Speisen auch nur noch zum Mitnehmen verkaufen, es war aber trotzdem eine willkommene Abwechslung zum Selberkochen.

Mir ging es in den letzten Tagen körperlich gar nicht so toll: eine Erkältung mit Bronchienproblemen macht in der aktuellen Situation einen ganz schlechten Eindruck. Da ich das Asthma aber sowieso chronisch habe, bin ich auch mit den entsprechenden Medikamenten ausgerüstet. In Nichtpandemiezeiten wäre ich damit allerdings inzwischen zum Arzt gegangen. Vielleicht ist das aber auch schon der beginnende Heuschnupfen.

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Wie lange bleibt das jetzt eigentlich so?

Jetzt sind wir zwei Wochen größtenteils drin geblieben. Mein Arbeitgeber hat große Teile der Belegschaft in 14 Tage Blockpause geschickt und für die Zeit danach jetzt schon mal mindestens 14 Tage Kurzarbeit angekündigt. Ich bin persönlich wegen betriebswichtiger Tätigkeiten von keiner der beiden Maßnahmen betroffen.

Aber wie lang müssen wir eigentlich alle zuhause bleiben und Distanz wahren für eine flachere Kurve. Ich versuche mal eine naive Überschlagsrechnung:

  • Deutschland hat etwa 83 Millionen Einwohner:innen.
  • Ich höre immer wieder, dass etwa 50 bis 70 Prozent sich am Schluss mit dem Virus anstecken werden.
  • Laut Robert-Koch-Institut liegt der Anteil der Patient:innen, die Intensivmedizin benötigen zwischen 2% und 26% (ja, so genau sind die Zahlen).
  • Die schweren Fälle bleiben ungefähr 3 bis 6 Wochen im Krankenhaus (auch RKI).
  • Nach den Zahlen von coronazaehler.de sind ungefähr 6000 Intensivbetten abrufbar.

Wenn ich jetzt überall die günstigsten Zahlen wähle, dann komme ich auf mindestens 830000 schwere Fälle, von denen pro Woche 2000 bewältigt werden könnten. Die Durchinfizierung müsste also auf 415 Wochen gestreckt werden. Das sind etwas weniger als 8 Jahre.

Selbst mit der hier unberücksichtigt gelassenen Verkürzung durch eventuell gefundene Medikamente, Impfstoffe oder einen (zumindest in einem solchen Zeitraum) möglichen Ausbau der Krankenhauskapazitäten ist das eine komplett unrealistische Dauer für den aktuellen Zustand der Isolation. Irgendwo muss ich einen Denkfehler haben.

Das ist ja auch an China zu sehen. Dort wird gerade die Wirtschaft wieder hochgefahren, nachdem bei etwa 80000 Fällen die Zahl der Neuansteckungen auf nahe null reduziert werden konnte. Nun hat das Land aber eine Bevölkerung von mehr als 1 Milliarde Menschen, und die 80000 sind nicht einmal annähernd ein Anteil von 50% davon. Bestünde da nicht die Gefahr, dass der nächste Reisebus aus Ischgl (oder equivalentes Ereignis) die nächste Erkrankungswelle auslöst. Mir ist noch nicht klar, wie das funktionieren soll.

Wie lange bleibt das jetzt also so? Ich habe keine Ahnung.

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Schule im Homeoffice

(die Beiträge bekommen jetzt andere Titel, aber ich versuche weiterhin, täglich zu schreiben)

Heute war Kind.eins zum ersten mal wieder draußen (mit dem Hund spazieren gehen). Ich glaube, dass sie seitdem ausgeglichener wirkt.

Das ist auch dringend nötig, denn die Aufgabenflut aus den beiden Schulen der Kinder ebbt nicht ab.

Für die erste Woche hatte Kind.eins 29 auszudruckende Dokumente mit insgesamt etwas über 50 Seiten, zum Teil mit Verweisen auf Kapitel in den Lehrbüchern sowie zwei Filme abzuarbeiten. Für diese Woche sieht es ähnlich aus. Ich musste schon Toner nachbestellen.

Die Ordnerstruktur haben wir selbst angelegt. Die Aufgaben kommen per Mail.

Auch an Kind.zwei ging heute noch einmal per Mail die Empfehlung:

Wenn ihr z.B. Donnerstag 1/2. Std. Deutsch, 3/4. Std. Mathe und 5/6. Englisch hättet, würde ich euch empfehlen, an diesem Tag auch zunächst 90 Minuten Deutsch-Aufgaben zu machen, dann eine Pause, dann 90 Minuten Mathe-Aufgaben, Pause, und 90 Minuten Englisch-Aufgaben.

Zu einem solchen Plan sind die Kinder ohne ständige Aufsicht, sagen wir mal, schwierig anzuhalten. Erschwerend kommt hinzu, dass sie ihren Tagesrhythmus im Vergleich zu meinem um mindestens vier Stunden nach hinten geschoben haben. Während ich jetzt gleich ins Bett gehe, macht sich Kind.eins noch einen Tee während Kind.zwei an der Spielkonsole hängt.

Ich hoffe, dass wir das alle bis zu den Osterferien durchhalten.

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Tag 12 der Quarantäne

Dies war der letzte Tag der Quarantäne für Kind.eins. Zwei Wochen* durfte sie jetzt seit dem letzten Öffnungstag ihres Gymnasiums nicht nach draußen, und wir haben sie auch innerhalb der Familie (zugegebenermaßen mit abnehmender Strenge) soweit wie möglich „abgesondert“. Sie selbst hat brav zweimal am Tag Fieber gemessen und Tagebuch über Symptome geführt, aber bis auf einen leichten Lagerkoller war nichts aufgetreten.

Also folgten wir heute der Regelung des Gesundheitsamts für das „vereinfachte Verfahren“ zur Rückmeldung aus der Quarantäne:

[… schreiben Sie am] kommenden Dienstag 24.3. (Rückmeldetag) eine kurze Mail mit Inhalt

* Name, Klasse, Schule,

* bin gesund

an diese Mailadresse:

kindergesundheit@stuttgart.de

Ab morgen darf sie — im Rahmen der inzwischen auch für alle anderen Leute geltenden Einschränkungen – das Haus wieder verlassen.

In other news: Disney+ ist seit heute verfügbar, und neben den viele angekündigten und zu erwartenden Inhalten habe ich gleich auch einige Klassiker entdeckt wie zum Beispiel:

The Sound Of Music ist auch auf Disney+

… und Das schwarze Loch, an dem ich gleich heute Abend hängen geblieben bin. Das ist auch der Grund, warum ich heute etwas spät dran bin mit meinem Artikel.

*) Ja, ich kann auch rechnen, zwei Wochen sind eigentlich 14 Tage. Aber an den ersten beiden Tagen war die Schule schonmal geschlossen und die Kontakpersonen der Infizierten wurden noch ermittelt. Kind.eins wurde also erst in Quarantäne geschickt, als sie schon seit zwei Tagen keinen Kontakt mehr gehabt haben konnte.

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Tag 11 der Quarantäne

Der Arbeitstag war mal wieder recht ereignislos. Homeoffice klappt recht problemlos, und unsere Projekte schreiten voran. Die Supportanfragen aus den anderen Entwicklungsteams, die für uns als Infrastrukturteam einen wichtigen Teil der Arbeit ausmachen, scheinen im Moment abgenommen zu haben. Das könnte auch daran liegen, dass ein Teil der Kollegen jetzt in „Blockpause“ (aka Zwangsurlaub) geschickt worden ist. Die Auswahl, an welchen Themen in den kommenden zwei Wochen weiter gearbeitet werden soll, und an welchen nicht, scheint mir persönlich aber recht zufällig oder willkürlich.

MacBook zeigt den Film des Lehrers, iPad liegt als Klavierersatz daneben

Nach der Arbeit habe ich mit Kind.zwei ein Arbeitsblatt zu Tonarten durchgearbeitet, für das der Musiklehrer Herr W. eigens zwei Videos aufgenommen und auf YouTube veröffentlicht hat. Damit war der Lehrstoff deutlich einfacher zu verstehen als nur mit dem Schulbuch. Das muss ich auch mal loben; danke, Herr W.!

2. bis 8. März: 1.336 kcal Durchschnitt
17. bis 23. März: 950 kcal Durchschnitt

Die Effekte des dauerhaften Zuhausebleibens machen sich langsam bemerkbar: ich bekomme zum Beispiel viel weniger Bewegung, und das wirkt sich negativ auf meine körperliche Verfassung aus.

Außerdem, und damit zusammenhängend, komme ich nicht mehr dazu, meine Podcasts zu hören. Normalerweise habe ich pro Tag etwas mehr als eine Stunde Pendelstrecke (in jede Richtung etwa 15 Minuten zu Fuß und 20 Minuten mit der S-Bahn), während der ich sonst Podcasts höre. Da diese Zeit jetzt wegfällt, hat sich schon ein ganz ordentlicher Stau gebildet. Wenigstens bleibt mir noch die Zeit beim Kochen in der Küche.

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Tag 10 der Quarantäne

Heute ging es mir körperlich besser als gestern. In den letzten Tagen hatte mir nämlich zunehmende Atemnot Sorgen gemacht. Das ist bei mir nicht so ungewöhnlich und muss nicht gleich auf das Coronavirus hinweisen, aber auch eine Bronchitis hätte ich gerade nicht so besonders gut gebrauchen können. Stellte sich aber raus: nachdem ich gestern mein Asthmaspray mit heißem Wasser und einem Zahnstocher wieder dazu „überreden“ konnte, zu mir hin statt von mir weg zu sprühen, tat es heute auch wieder seine Wirkung. Darauf hätte ich auch früher kommen können.

Dementsprechend konnten wir heute auch wieder auf eine ordentliche Hunderunde gehen. Diesmal fanden wir den dabei durchquerten Park nicht mehr so voll vor — aber noch immer gut besucht. Die Leute scheinen sich aber jetzt wenigstens Mühe zu geben, einen Mindestabstand einzuhalten.

Die Tests der Jitsi-Installation verliefen am Nachmittag zufriedenstellend. Wir waren schon mit bis zu sechs Leuten in einem virtuellen Raum. Morgen Abend könnten wir damit vielleicht mal eine offene Kaltgetränke-Session machen (Getränke sind leider selbst mitzubringen). Dazu melde ich mich dann nochmal auf Mastodon und Twitter.

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Tag 9 der Quarantäne

Die Effektivität der gestern verhängten Ausgangsbeschränkungen war heute schwer zu beurteilen, denn es gab schlicht Dreckswetter. Was aber nun genau der Grund einer eventuell funktionierenden Isolation ist, ist ja eigentlich auch egal.

Beim Einkaufen fielen die Umbauten im Supermarkt auf: in der Kassenschlange sind auf dem Boden Abstände markiert, und das Kassenpersonal sitzt hinter neu angebrachten Schutzscheiben aus transparentem Kunststoff. Die Regale sind bis auf wenige Ausnahmen wieder gut gefüllt, aber jetzt ist der Wein leer.

Das Weinregal ist leer, nur vom Chardonnay für 12 € sind noch ein paar Flaschen da.

Wahrscheinlich, weil die Leute jetzt wegen der komplett geschlossenen Lokale stattdessen zuhause saufen müssen…

Die von der Schule für die Kinder zugeschickten Aufgaben reichen nicht nur von Montag bis Freitag sondern auch locker noch in das Wochenende hinein. Heute habe ich zum Beispiel mit Kind.eins zwei Stunden mit Physikaufgaben zum Thema Geschwindigkeit verbracht.

Während des Kochens rief mein ältester Freund an, den ich auch schon seit längerer Zeit nicht mehr getroffen habe. Wir verabschiedeten uns in Anlehnung an Woyzeck mit „Wir treffen uns nach Corona um 3“.

Am Abend bin ich dann wirklich mal dazu gekommen, Jitsi einzurichten. Meine Installation ist unter meet.wazong.de zu erreichen. Wahrscheinlich muss da noch das eine oder andere besser konfiguriert werden, aber ich würde mich freuen, wenn jemand das mal mit mir ausprobieren möchte.

Screenshot der Jitsi-Meet App

Dann war da noch die Quizshow im Fernsehen, bei der regelmäßig eingeblendet wurde, dass die Sendung bereits am 20.02.2020 aufgezeichnet worden sei — wahrscheinlich, damit sich die Fernsehzuschauer nicht über das im Studio anwesende Publikum wundern.

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Tag 8 der Quarantäne

Das war der Tag, an dem die Ausgangssperre kam. Nein, Moment, die Ausgangsbeschränkung. Bayern ging voran, und dann folgten in unterschiedlichen Abstufungen weitere Bundesländer.

Für Baden-Württemberg gilt die folgende Regelung:

Wollen wir mal hoffen, dass das ausreicht, um die Leute von weiteren Zusammenrottungen abzuhalten — sonst bekommen wir doch noch einen kompletten Lockdown wie in Italien.

Die Spielplätze sind jedenfalls jetzt schon abgesperrt.

Mein Tag war ähnlich wie die anderen Werktage der Woche, aber zur Abwechslung haben wir uns heute Mittag mal einen Döner geholt. So lange das noch geht…

Morgen ist Wochenende, da bleibe ich mal zuhause.

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Tag 7 der Quarantäne

Heute war in der Arbeit Planungstag. Der besteht typischerweise aus Review, Retrospektive und Sprintplanung. Während Review und Planung schon lange problemlos remote funktionieren, wird die Retro oft mit Post-It-Notes an Wänden durchgeführt. Dafür brauchen wir noch einen besseren Ersatz, denn während sich die virtuellen Zettel mit Mentimeter recht gut sammeln ließen, gab es dann keine Unterstützung bei der Bildung von Themenclustern oder bei der Abstimmung über diese Themencluster.

Der Arbeitgeber verkündete währenddessen einschneidendere Maßnahmen und schickt große Teile der Belegschaft ab Montag für zwei Wochen in den Zwangsurlaub. Unser Team hingegen ist als betriebswichtig eingestuft worden und bekommt in der Zeit eine Urlaubssperre.

Nach der Arbeit haben wir uns heute mit ein paar Kollegen (auch aus anderen Teams) in einer weiteren Videokonferenz getroffen und online Cards against humanity gespielt (über azala.info). Das war sehr lustig, und das werden wir wahrscheinlich demnächst nochmal machen. Zum Glück war zum Essen heute nur Ofenkäse vorgesehen, denn den konnte ich praktisch während des Spielens backen.

Nach dem Essen war ich dann noch in meinem neuen Zweitjob als Hilfslehrer tätig. Heute gab es Englischaufgaben mit Passivkonstruktionen („We were promised sea view“).