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Leb wohl, Twitter

Heute vor 16 Jahren habe ich mich bei Twitter angemeldet. Heute habe ich mich bei Twitter abgemeldet.

Account-Deaktivieren-Seite in den Einstellungen der Twitterseite.

Noch vor einem Jahr hätte ich nicht damit gerechnet, denn Twitter war für mich einmal der wichtigste Dienst im Internet. Ohne Twitter hätte ich viele interessante und wichtige Menschen nicht kennen gelernt. Ich hätte vermutlich eine andere Lebenseinstellung, andere Hobbies und vielleicht sogar einen anderen Job.

Ein zweites Standbein in Form der selbst betriebenen Mastodon-Instanz hatte ich zwar schon sehr lange, und da hatte ich inzwischen auch eine interessante Timeline, aber einige mir extrem wichtige Accounts gab es eben nach wie vor nur auf Twitter.

Aber dann kam Space Karen Elon Musk und verwandelte Twitter innerhalb kürzester Zeit in eine Shit-Show mit deutlicher Tendenz nach rechts, dafür ohne funktionierende Moderation. Immer neue immer schlechtere Ideen sorgten in den letzten Monaten für das Gefühl, dass dort langsam alles zerfällt und spülten die Leute ins Fediverse, so dass sich dort jetzt ein hinreichend großer Teil der Leute angesammelt hat, die mir zu meiner Timeline noch fehlten.

Deshalb war ich seit Mitte Dezember auch nur noch dort, um ab und zu Einladungslinks zu Fnordon zu verteilen. Und darum ist der heutige Jahrestag auch ein guter Zeitpunkt, um dieses Kapitel endgültig abzuschließen.

Deaktiviert: Dein Account ist deaktiviert. Tut uns leid, dass du gehst. #GoodBye
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Aufbruch ins Fediverse

Das war vielleicht eine Woche.

Seit vier Jahren betreibe ich ja schon eine Mastodon-Instanz, weil ich schon seit längerer Zeit davon überzeugt bin, dass es keine gute Idee ist, das Online-Leben in die Hände einzelner privater Unternehmen zu geben (ich habe das mal aufgeschrieben anlässlich meines zwölfjährigen Twitterjubiläums). Bisher konnte ich aber Twitter nie den Rücken zudrehen, weil da eben so viele nette Leute sind, die ich teilweise sogar schon aus der Zeit vor Twitter im Netz kannte.

Einige von denen hatten zwar auch Mastodon-Accounts, aber der überwiegende Teil davon waren Karteileichen oder spiegelten einfach nur den Inhalt von Twitter in das andere Netzwerk. Also spiegelte ich meine Mastodon-Posts zu Twitter und teilte meine Zeit zwischen den beiden Gruppen auf (denn auch auf Mastodon hatte ich inzwischen einige nette Leute gefunden) und versuchte, immer mit beiden Gruppen zu interagieren (interessanterweise Themenabhängig mal mehr da und mal mehr dort). Auf meiner Instanz Fnordon waren bis Anfang Oktober 2022 trotz all meiner Einladungen etwa 20 Konten angelegt, fünf davon allein von mir selbst betrieben.

Jetzt hat Elon Musk Twitter gekauft, und ich will es mal so ausdrücken: es läuft nicht ideal.

Schon nach der ersten Ankündigung Ende April ein paar neue Accounts im Fediverse aufgetaucht, im Nachhinein betrachtet waren das aber nur schon einmal ausgelegte virtuelle Handtücher auf den föderierten Liegestühlen. Denn am letzten Wochenende nach Abschluss der Transaktion ging es erst richtig los.

Grafik des Verlauf der angemeldeten Benutzer auf fnordon.de für das Jahr 2022: die Linie ist hauptsächlich waagerecht mit einem ganz kleinen Buckel im April -- um dann am Ende steil anzusteigen.

Während ich diese Zeilen schreibe hat Fnordon gerade 133 Benutzerkonten, von denen ein großer Anteil fleißig befüllt wird. Endlich bin ich in der lokalen Timeline nicht mehr ganz allein. Die meisten neuen Benutzer:innen sind genau aus der oben genannten Gruppe der (ehemaligen) Bewohner von „Klein-Bloggersdorf“, teils weil ich auf Twitter genau denen eine ausdrückliche Einladung ausgesprochen hatte, aber zum größten Teil wahrscheinlich durch die Empfehlung bei der Kaltmamsell (vielen Dank dafür).

So macht das Fediverse Spaß (den Crossposter zu Twitter habe ich erstmal ausgeschaltet).

Aber jetzt muss ich dringend mal Instanzregeln ausdrücklich aufschreiben, und auch ein Impressum habe ich erst vor kurzem endlich mal hinzugefügt.

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14 Jahre Twitter

Der erste Tweet

Vierzehn Jahre bin ich jetzt bei Twitter. Am Anfang mit großer Begeisterung, weil es eine offene API für kreative Experimente im Social Web zur Verfügung stellte. Andere Dienste konnten sich drumherum andocken und den Dienst, der sich zu dieser Zeit auf Textnachrichten beschränkte, ergänzen.

Aber der Zwang zum Geldverdienen änderte das mit der Zeit, und so wurden die Multimedia-Funktionen einverleibt oder nachgebaut, und neue Entwicklungen waren irgendwann nur noch mit den Twitter-eigenen Apps (die ursprünglich auch zugekauft waren) zugänglich. So wurde Twitter im Laufe der Zeit immer mehr zum Walled Garden.

Die offenen Systeme, auf denen kreative Dinge passieren können, sind heute die dezentralen, föderierten Netze wie Mastodon oder Matrix.

Bei Twitter bin ich heute nur noch wegen der vielen lieben Kontakte. Zögen die alle ins Fediverse um, bräuchte ich Twitter nicht mehr.

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Unerwarteter Ruhm

Im großen und ganzen schreibe ich ja auf allen meinen Kanälen fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Nur wenn mich Herr Buddenbohm mal verlinkt, dann trampeln hier plötzlich die Horden durch.

Mit meinem Getwitter hat es schon ab und zu geklappt, ins Fernsehen zu kommen — na ja, eigentlich nur in den Videotext, aber das war es auch schon an „Bekanntheit“ außerhalb meiner kleinen kuscheligen Internetblase.

Heute morgen trudelte aber plötzlich eine Mail von einem ehemaligen Klassenkameraden (Gymnasium, lange her) mit dem folgenden Inhalt bei mir ein:

hat Dir bestimmt schon jemand gesteckt, aber falls nicht:
Du bis heute auf Seite 1 der Süddeutschen Zeitung – Streiflicht!
Selten so gelacht…. 😀

Huch! Was? Wie? Hmm, auf der SZ-Webseite ist das Streiflicht nur für Abonnenten zu sehen, und ich hab inzwischen seit mehr als zehn Jahren kein Abo der SZ mehr. Nur den Anfang konnte ich lesen:

(SZ) Vor gut drei Jahren schrieb ein gewisser Thomas Renger auf Twitter: „Ich bin ja kein Bärenexperte, aber …“
[…]

Den erwähnten Tweet kannte ich natürlich, …

… aber nach dem Rest des Texts musste ich erst auf Twitter fragen.

Und es stellte sich tatsächlich raus: das Strefilicht hatte meinen alten (aber bisher erfolgreichsten) Tweet als Aufhänger genommen um allgemein über … äääh … naja, worauf der Autor eigentlich hinaus wollte habe ich dann doch nicht so richtig verstanden. Die Süddeutsche Zeitung ist vielleicht manchmal doch zu intellektuell. Aber den „obwaltenden selbstironischen Blick auf alles Expertentum, der so erhellend und erheiternd war“, den sie mir bescheiningt hat, muss ich unbedingt irgendwie in meine Twitter-Bio integrieren.

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Zwölf Jahre bei Twitter, dreieinhalb Monate bei Mastodon

Heute bin ich zwölf Jahre auf Twitter. Das könnte ein Grund zum Feiern sein, denn über Twitter habe ich jede Menge nette Leute kennengelernt und auch viel Spaß gehabt. Zum zehnjährigen habe ich das schon einmal viel hübscher aufgeschrieben.

Die ganze Kommunikation über die Plattform eines großen und weit entfernten Technologiekonzerns abzuwickeln, deren Zweck sich in den letzten Jahren auch immer mehr zum politischen Werkzeug und Ort für die Kommunikation ohnehin bekannter Menschen mit ihren Fans entwickelt, fühlt sich aber mit der Zeit immer falscher an. Auch dieses Gefühl hat sich schon vor einigen Jahren eingestellt, und ich hatte auch schon einmal mit den dezentralen sozialen Netzen geliebäugelt.

Das erste Experiment in diese Richtung war Friendica. Das bin ich aber damals schon falsch angegangen, weil ich meine Instanz mit entsprechenden Friendica-Plugins dazu brachte, die Twitter-Timeline zu spiegeln. Tatsächliche Friendica-Kontakte hatte ich auch nach Jahren nur wenige, und die Interaktion mit den Twitter-Kontakten war schwierig. Als ich später die Twitter-Verbindung kappte, waren nur noch Crickets and Tumbleweed übrig. Das Experiment war gescheitert, und Fnordica ging dann auch schon vor einiger Zeit nach einem fehlgeschlagenen Update kaputt und widersetzte sich allen Reparaturversuchen.

Gegen Ende des letzten Jahres habe ich mich aber wieder aufgerafft und eine Mastodon-Instanz installiert. Die Software wirkt wesentlich geschliffener, und ihre Entwicklung hat einen kleinen Boom an weiteren protokollkompatiblen Projekten und auch einen Wachsenden Zoo von Apps für alle gängigen Mobilbetriebssysteme angefeuert (und ich habe auch schon erfolgreich einige Updates durchgeführt, ohne etwas kaputt zu machen). Das Fnord-Wortspiel funktioniert leider bei Fnordon nicht so schön wie bei Fnordica, dafür finden sich jetzt Kontakte im sogenannten Fediverse. Ein paar der Leute, die ich von Twitter kenne, haben inzwischen auch einen Account auf Mastodon oder einem kompatiblen System, aber ich folge inzwischen auch schon der einen oder anderen Person, die ich nicht ohnehin vorher kannte.

Folgt mir, wenn Ihr auch schon im Fediverse seid. Wenn nicht, dann habe ich hier für Euch einen Einladungslink für meine Instanz.

Vielleicht sind zwölf Jahre auf Twitter ja auch genug.

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10 Jahre bei Twitter

Gestern war ich 10 Jahre bei Twitter. Zehn! Jahre! Krass.

Ich war damals relativ früh zur Party, und habe so gerade eben keine sechsstellige Benutzernummer mehr bekommen (1160081, der @textundblog, der 3 Tage vor mir dran war, ist noch unter der Million). Und in der Anfangszeit hat sich  Twitter auch tatsächlich wie eine immerwährende Küchenparty im Bistro des Großraumbüros angefühlt.

Dabei entstand viel Kunst und viel Blödsinn. Es gab Twitterlesungen (bei denen AFAIK nie was von mir vorgelesen wurde, Unverschämtheit!) und das eigene Genre der Twitteraturkritik entstand. Die Grenzen der kurzen Form wurde von kreativen Pionieren ausgetestet und erweitert. Gelegentliche Wahrnehmung durch den „Rest der Welt“ wurde noch gefeiert.

Dann entwickelte sich Twitter zum politischen und aktivistischen Werkzeug. Hashtags wurden Kennzeichen wichtiger Kampagnen, aber gleichzeitig wurde es auch ungemütlicher. Nur ein Bruchteil der angemeldeten Benutzer benutzt Twitter heute so wie wir am Anfang. Die meisten sehen darin wohl einen Dienst, um Nachrichten oder Äußerungen von Prominenten zu empfangen. Und von den Übrigen ist leider ein erstaunlich hoher Anteil damit beschäftigt, irgendetwas, oder jemanden zu hassen. Trotzdem bleibt es im Moment bedeutend, so dass zum Beispiel keine Wahlberichterstattung ohne eine Zusammenfassung von Tweets auskommt.

Ich selbst habe natürlich ganz viele wichtige Leute auf oder über Twitter kennengelernt, und ich wäre ohne Twitter nicht der gleiche Mensch. Ich hätte nie von den Iron Bloggern erfahren, ich wäre nie zu einem Barcamp oder zur re:publica gefahren. Viele Anstöße zum Nachdenken, besonders über gesellschaftliche Themen, hole ich mir über Twitter. Dort folge ich nämlich absichtlich auch Leuten, deren Meinung mich regelmäßig herausfordert. Oft stellt sich später raus, dass sie recht haben — oder ich zumindest nicht mehr recht habe als sie.

Aber vielleicht stimmt das auch alles nicht, denn ich schreibe ja auch noch länger in dieses Blog als in Twitter und hätte darüber in den letzten 10 Jahren vielleicht genau so interessante Leute kennengelernt (nur wahrscheinlich andere).

Es ist jedenfalls schön, mit diesen anderen Netzbewohnern so engen Kontakt zu haben. Das wünsche ich mir auch für die nächsten 10 Jahre. Das genaue Werkzeug ist dabei zweitrangig.

(vgl. drei Jahre , fünf Jahre, sechs Jahre, sieben Jahre)

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#Pegelwichteln Nachlese

Wie angekündigt fand letzten Sonntag die 2016er-Ausgabe des Pegelwichtelns statt. Das war eine sehr lustige Veranstaltung, und sie kann größtenteils auf Twitter nachgelesen werden. Gleichzeitig hatten wir eine Gruppenunterhaltung über Mumble. Die war zwar ein ziemliches Durcheinander, vielleicht sollte sie aber gerade deshalb dauerhaft festgehalten werden. Wer sich die 3¾ Stunden wirklich antun will, kann deshalb hier klicken:

 

Getrunken

Jetzt zu meinen eigenen Urteilen, denn um die Entdeckung neuer Drinks ging es ja.

Wichtel 1

In meiner ersten Runde hatte ich von @CucinaCasalinga einen Red Bartlett Williams, einen ganz feinen Obstbrand.

Wichtel 2

Dann von @berlincochise einen Rum aus dem Spreewald (!), der es ganz schön in sich hatte — und von dem er zum Glück auch eine so großzügige Portion geschickt hat, dass ich den noch einige Zeit genießen können werde.

Wichtel 3

Das Päckchen von @anneschuessler führte bei mir zu leichter Überforderung (der bis dahin getrunkene Alkohol mag da auch ein bisschen Einfluss gehabt haben); sie hatte drei verschiedene selbstgemischte Sachen abgefüllt:

  • Ein Apfellikör auf Rumbasis (sehr lecker, aber da habt Ihr ja nichts davon).
  • Dann eine Rock and Rye (das ist ein Whiskylikör, auch extrem lecker und schön weihnachtlich).
  • Und schließlich noch einen Milchpunsch (ja, so habe ich auch geguckt), der aber arg gewöhnungsbedürftig war.

Wichtel 4

Und @inkanina schließlich hatte ihren Liquer de verveine auch selbst angesetzt, darum habe ich auch dafür keine Bezugsquelle. Der war gut, mir persönlich aber viel zu süß.

 

Ich selbst habe folgende Sachen verschickt

Mr. Cuckoo

@CucinaCasalinga und @Wortschnittchen tranken Mr. Cuckoo Schwarzwälder Kräuterlikör.

Becherovka

@NurderTim hatte den klassischen Becherovka.

Slyrs

Und @eeek_de bekam einen Slyrs Bavarian Single Malt 5yo.

Vielen Dank auch noch einmal an @DonnerBella für die Organisation.

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Heute Abend: #Pegelwichteln

Heute Abend wird’s lustig: wir benutzen Twitter mal wieder als die immerwährende Küchenparty, die es früher war, und betrinken uns gemeinsam. Eine genauere Erklärung zum Format findet sich bei Donnerbella, die das auch letztes Jahr unbeabsichtigt losgetreten hat.

Und so verbrachte ich die letzten Wochen damit, erst Flaschen und Getränke zu kaufen, die dann abzufüllen und zu verschicken, und dann selbst auf die Päckchen der anderen zu warten.

Vier Päckchen kamen nach und nach an.

Heute Abend ab 18:00 geht es nun los: dem von Donnerbella aufgestellten Zeitplan folgend werden die 16 verschickten Getränkezusammenstellungen nacheinander blind verkostet (vier pro Haushalt). Dann wird auf Twitter bewertet und Vermutungen angestellt, worum es sich jeweils handeln könnte. Währenddessen werden alle Wichtel immer betrunkener.

Für die Kommunikation während des Trinkens habe ich meinen Mumble-Server angeboten, und ich werde auch versuchen, dort eine Aufzeichnung des Events zu machen. Aber der Hauptteil der Action wird (und soll) auf Twitter stattfinden. Also merkt Euch schon einmal diese Seite: #Pegelwichteln.

Ich besorge inzwischen noch eine Menge Gläser, Eiswürfel und Muskat(!).

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RT @011i: wir sind alle gerettet! #twitter ist ein…

RT @011i: wir sind alle gerettet! #twitter ist ein #alibi – zumindest heute im #tatort aus münster 😉 #

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RT @textundblog: Falls #Twitter den Bach runter ge…

RT @textundblog: Falls #Twitter den Bach runter geht (was ich echt nicht hoffe!), haben wir immer noch unsere #Blogs. Dann wird auch wieder mehr kommentiert. #

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#Alltagsessen

Wieder einmal war es ein Tweet von @journelle, der die Welle angestossen hat. Sie schrieb:

#healthy und grüne Mischgetränke sind im Grunde nur eine neue Verkleidung für Diäten und Ess-Störungen.

… und schon nach wenigen Antworten war das Gespräch auf den Gegensatz zwischen „clean und healthy“ auf der einen Seite und „Food Porn“ auf der anderen Seite gekommen. @HappySchnitzel schrieb:

@ankegroener @journelle Aber Essen im Netz ist entweder

Daraufhin fasste ich den Vorsatz:

@HappySchnitzel @ankegroener @journelle Vorsatz: auf Instagram jetzt auch

… und fertig war das Instagram-Mem.

8 Bilder sind es jetzt bei mir schon geworden, und es gibt auch Bilder von ein paar anderen.

Tag1: Tomatensalat Tag 2: Brotzeit

Tag 3: La Flûte Tag 4: Fleischpflanzerl

Tag 5: Curry Tag 6: Spaghetti

Tag 7: Schnitzel Tag 8: Hering

Weder der Effekt noch die Wichtigkeit des Anliegens sind natürlich mit #609060 vergleichbar, aber die Idee des Wirkmechanismus ist ganz ähnlich: mehr normales Essen auf Instagram soll dazu führen, dass die Leute zufriedener mit ihrem Alltagsessen sind; schließlich kochen wir im Alltag alle mit Eile und richten das Essen nicht übermäßig fotogen an.

Meine Bilder sind hier und dort. Und ich freue mich, wenn noch mehr Leute mitmachen.

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Ich habe facebook von twitter getrennt

Bisher habe ich Facebook mit Inhalten gefüllt, indem ich Twitter dort meine Tweets hineinkippen ließ. Das möchte ich jetzt anders machen. Anlass war ein Gespräch im Redaktionschat des Techniktagebuchs. Ein hier nicht näher genannter Mitautor schrieb dort:

@Thomas R […] Da Du auf FB ja ausschließlich Deinen Twitterfeed einzuleiten scheinst, habe ich mich bisher nicht um Deine Freundschaft beworben. […]
(Ich finde, Du twitterst sehr gut, aber auf FB würde mir die hohe Posting-Frequenz ziemlich die Timeline zerschießen, daher.)

Ich möchte jetzt stattdessen das folgende ausprobieren: Twitter läuft nur noch hier ins WordPress. Dort habe ich das Social Plugin, mit dem ich meine wirklich gelungenen Tweets 😉 an Facebook schicken kann. Ein weiterer Vorteil: vielleicht klappt es so, dass die Antworten von Facebook auch hier aggregiert werden können. Jetzt muss ich nur noch rausfinden, wie ich beeinflussen kann, welches Vorschaubild Facebook anzieht…

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Dezentralisierungsexperiment: Friendica

Die Leute sind mal wieder unzufrieden mit Twitter.

Die Anlässe ähneln sich immer: die APIs werden dichter gemacht, und Twitter übt Druck auf das Ökosystem aus, das um ihren Dienst herum entstanden ist (und ihn erst groß gemacht hat). Don Dahlmann hat dazu eine sehr ausführliche Zusammenfassung geschrieben.

Die Twittergemeinde tut das, was sie in solchen Fällen oft macht: sie probiert gleich mehrere Konkurrenzprodukte daraufhin aus, ob man dahin nicht abwandern könnte. Im Moment im Rennen:

  • Ello, das vieles schon ganz hübsch macht, im Moment auch fast täglich verbessert wird, aber noch sehr im Betazustand ist.
  • Sublevel, das schön minimalistisch daherkommt, in Details aber umständlich zu bedienen ist (und auch so gut wie leer).
  • Quitter, eine Installation von GNU social (ehemals StatusNet).

Aber einen zentralen Dienst durch einen anderen zu ersetzen, ist ja auch nur den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. (vgl.)

Schon im April hatte Silke Meyer aka *freie funken* unter dem Stichwort #lauffeuer zum Feldversuch aufgerufen für einen „Wechsel in freie, dezentrale soziale Netzwerke“. Das hatte ich seitdem aus dem Augenwinkel verfolgt, selbst aber noch nichts in der Richtung unternommen. Die Sache hatte es bisher ganz gemütlich auf meiner ToDo-Liste.

Jetzt habe ich endlich mal ein Friendica aufgesetzt — und zwar gleich ordentlich mit TLS und eigener Domain. Meine Instanz habe ich Fnordica genannt.

Fnordica

 

Von den Funktionen her gefällt mir das schon sehr gut, und es lässt sich auch noch vieles verstellen und/oder erweitern. Am Design meiner Seite muss ich sicher auch noch drehen.

Aber: im Moment spiegle ich meine twitter-Timeline da rein, damit überhaupt was los ist. Und eigentlich wäre es mir natürlich lieber, ein paar von Euch würden mitspielen. Wenn Ihr also mittesten möchtet, könnt Ihr Euch im Moment einfach auf Fnordica anmelden oder, noch viel besser, selbst eine Friendica-Instanz aufsetzen.

Ich bin zu finden unter dentaku@fnordica.de.

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Und wenn ich den Knopf gedrückt habe, geht es dann…

Und wenn ich den Knopf gedrückt habe, geht es dann? #Twitter #Friendica #Fnordica #

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Sieben Jahre bei Twitter

Heute bin ich genau seit sieben Jahren auf Twitter. Ich habe dort interessante Sachen gelesen, tolle Leute kennengelernt, und möchte auf das virtuelles Großraumbüro und die virtuelle WG auf gar keinen Fall mehr verzichten. Aber ich will Euch nicht mit so einer Geschichte belästigen, denn da haben andere viel größere „Erfolge“ zu berichten.

Stattdessen werfe ich ein wenig mit Statistik um mich, das ist ja auch immer ganz lustig.

In den sieben Jahren habe ich knapp unter 33000 Tweets geschrieben. Das sind pro Tag etwas weniger als 13 Tweets. 44% davon waren an einen anderen Benutzer gerichtet (@-reply). Die Top 10 der angesprochenen Benutzer waren:

  1. @Liamara
  2. @e13Kiki
  3. @jawl
  4. @sauerstoff
  5. @textzicke
  6. @Zellmi
  7. @baranek
  8. @Buddenbohm
  9. @percanta
  10. @ha75

21% meine Tweets enthielten (mindestens) einen Hashtag. Die Top 10 meiner Hashtags waren:

  1. #Tatort
  2. #Ergometer
  3. #dsds
  4. #ESC
  5. #HpyBdy
  6. #SdR
  7. #SPAM
  8. #WTF
  9. #Maus
  10. #rp13

Und über diese Dinge habe ich am meisten geschrieben:

vielleicht mehr gerade schon heute mal ja

(vgl. drei Jahre , fünf Jahre, sechs Jahre)

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Ach, #twitter … m( http://t….

Ach, #twitter … m( blog.flattr.net/2013/04/twitte…ir-tweets/ #flattr #seufz  #

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Tweburtstag

Jetzt bin ich sechs Jahre auf Twitter (vgl. drei Jahre , fünf Jahre). Aber im Moment macht der Dienst es mir nicht leicht, ihn zu mögen.

Mit den API-Einschränkungen kann man sich als Benutzer arrangieren. Nur noch authentifizierte Zugriffe und Beschränkungen in deren Anzahl sind zu verkraften (ich erinnere mich noch an Zeiten mit zwischen 60/h und 240/h schwankenden allgemeinen API-Limits — damals benutzte ich twhirl als Client, das diese Zahl in der unteren rechten Ecke anzeigte), und über die Enden, an denen die Entscheidung logische Brüche hat, scheinen sie ja inzwischen auch nachzudenken.

Für Entwickler sieht die Sache ganz anders aus: die künstliche Verknappung der OAuth-Tokens, die als Damoklesschwert über allen Clients schwebt, finde ich problematisch. Aber wirklich bescheuert sind erst die Displayrichtlinien, die im Namen irgendeiner abstrusen Markenbildung alle kreativen Nutzungen abwürgen. Twitter möchte, das Tweets überall wie Tweets aussehen, damit man sie immer als Content erkennt, der Twitter „gehört“ (und selbst dann ist es verboten, den Inhalt mit anderen Timelines zu vermischen). Welche abstrusen Auswirkungen die Regelung hat, kann man sich im Moment auf Rivva ansehen. Gegen all diese Dinge verstößt natürlich auch mein eigenes Twitterarchiv. Das fliegt aber sicher unter Twitters Aufmerksamkeitsschwelle.

Wenn Twitter hier nicht in einigen Punkten nachgibt und zurückrudert, dann sehe ich längerfristig die netzaffine Gemeinde (also die Entwickler und unsere Blogger-Filterblase) woandershin weiterziehen. Twitter selbst wird das aber wahrscheinlich wenig ausmachen, denn dort ist ja jetzt der Mainstream, und dem ist Werbung ohnehin viel besser zu verkaufen…

Einer dieser Orte, an den die Gemeine ziehen könnte, ist im Moment App.net. Die machen gerade viele Sachen richtiger und platzieren sich eher als Plattform. Dafür wollen sie aber von ihren Benutzern Geld (neu: „Freemium„-Modell mit eingeschränkten kostenlosen Benutzern). Und für einen Entwickleraccount bezahlt man sogar noch mehr Geld. Das verunmöglicht im Moment die einfache Erstellung einer eigenen „Applikation“, mit der man (wie bei Twitter oder Facebook) Zugangsdaten für OpenSource-Software bekommen kann. Für eine Integration per WordPress-Plugin muss ich mir also noch etwas anderes einfallen lassen.

Zusätzlich hat es noch wie alle bisherigen Twitterkonkurrenten das Problem, dass viele der netten Leute einfach (noch) nicht dort sind. Und die Leute sind nach wie vor das wichtigste an Twitter, API hin oder her.

Noch hat Twitter mich nicht verjagt. Noch hat App.net mich nicht vollständig auf seine Seite gezogen.

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Wirre Gedanken zum #aufschrei

Ein #Aufschrei ging durch Twitter (ja ich weiß, ich bin immer etwas langsam, immer hinter der Welle. Das hat den Vorteil, dass ich nicht mehr die Grundgeschichte aufschreiben muss; das haben andere Leute schon viel besser getan).

Ich bin ernsthaft erschreckt, als ich all die Geschichten gelesen habe. Ich wusste natürlich, dass Frauen überhaupt belästigt werden, auch dass das auf vielerlei Art geschieht, aber das Ausmaß war mir nie klar. Das passiert doch immer woanders. Ich bin allerdings in solchen Dingen sowieso immer etwas unbedarft, und würde wahrscheinlich zumindest die subtileren Varianten nicht mitbekommen, wenn sie direkt neben mir passieren. Es ist also notwendig, auch über mein direktes Umfeld genauer nachzudenken.

Ich versuche selbst, mich so gut wie möglich zu verhalten. Ich weiß nicht genau, wie gut mir das im Alltag gelingt: „echte“ sexuelle Übergriffe sind natürlich völlig ausgeschlossen, aber an vielen anderen Stellen muss und werde ich mein Verhalten nach dem gelesenen auf den Prüfstand stellen.

Natürlich mache ich mir schon länger ähnliche Gedanken wie Formschub:

Auf dem Weg zum Parkplatz, auf der Großen Elbstraße in der Nähe des Hamburger Fischmarkts, näherte ich mich von hinten einer Frau, die in dieselbe Richtung ging. Es war niemand sonst in Sichtweite. Ich glaubte zu spüren, dass sich die Frau unwohl fühlte, vielleicht sogar Angst hatte, als sie meine Schritte hinter sich hörte. Ich steuerte bewusst an den äußersten Rand des Gehsteigs, um sie mit größtmöglichem Abstand zu überholen und ihr zu signalisieren, dass sie keinen Grund zur Besorgnis hat, ehe ich abbiegen konnte, zu meinem Wagen ging und sich unsere Wege trennten.

Wenn ich auf meinem Weg zum Beispiel zufällig hinter einer Frau hergehe, lasse ich mich in der Regel zurückfallen oder gehe z.B. einen anderen Weg zu meiner Garage. Es ist natürlich schade, dass das überhaupt nötig ist, aber verglichen mit dem, was in den Aufschrei-Tweets stand, ist diese Beeinträchtigung geradezu lächerlich. Und man sieht mir ja nicht an, dass ich einer von den Guten bin — falls ich das überhaupt bin, siehe oben oder in Christian Fischers lesenswerter Selbstrefelexion.

Also noch einmal: lesen, was ein Problem ist. Eigenes Verhalten überprüfen.

Ich habe in demselben Zusammenhang aber auch einen Link zu diesem Tumblellog gefunden. Breitbeinig dasitzen? Das kann ich ob meiner Leibesfülle gar nicht anders. Wenn das inakzeptables Verhalten ist, dann tut es mir leid. An diesem Ende der Skala bin ich ratlos.

(viel mehr Artikel sind bei Anke Gröner verlinkt)

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Aber warum ist da alles voller Frauen?

GetDigital verkauft Nerdkram: mehr und weniger lustig bedruckte Tassen und T-Shirts sowie USB-Raketenwerfer und all solche Dinge. Heute ging auf Twitter der Link zum „Nerd Dreams Kalender 2013“ rum.

Darin ist für jeden Monat ein klassischer Nerdtraum abgebildet. Die Auswahl zeugt von einer gewissen Sachkenntnis und enthält durchaus ein paar Prunkstücke (Commodore PET, SGI Indigo, NeXTcube). Aber was sollen die spärlich bekleideten Frauen dabei?

Warum steht der NeXTcube nur am Rand?

Von der sexistischen Darstellung mal abgesehen (there, I said it) — warum wird ohne Not die Zielgruppe der (heterosexuellen) weiblichen Nerds und die Zielgruppe der schwulen männlichen Nerds drangegeben? Das muss doch nicht sein. Und warum sind die Geräte nicht einmal eingeschaltet?

Auf Twitter formulierte @lotterleben:

Wirklich lustig hätt ich's ja gefunden, wenn @getDigital_de die _Computer_ als Pin-Ups inszeniert hätte.

Und das war eigentlich genau die richtige Idee. Nach kurzem Dialog war klar: das können wir doch besser. Da machen wir ein Projekt draus.

Also: wer hat coole Computer(spiele)klassiker, die wir für einen Kalender fotografieren können? Ich selbst  habe ein Pong und weiß, wo ich ein Atari 2600 fotografieren kann. Für ein paar Macs ist mir gleich der Admartinator eingefallen, und auch von ein paar andere Maschinen bei Bekannten weiß ich noch. Aber vielleicht hat ja eine(r) von Euch Zugang zu einer Cray oder noch eine Sun Ultra Enterprise 450 oder eine gut erhaltene MicroVAX im Keller stehen…

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Twitterpause

Dass Twitter die Richtlinien zur API-Benutzung enger zieht ist ja schon länger bekannt. Da ich aber eigentlich gerade keine Twitterclients entwickle, hatte ich den Zeitplan dieser Abschaltungen bisher nicht im Kopf.

Am Mittwochabend haben aber die Twitter-Tools, und damit die WordPress-Integration aufgehört zu funktionieren. Nun aktualisiert sich also mein Tweetarchiv nicht mehr, und meine in Twitter gekippten Gedanken scrollen vorbei und sind weg.

Es gibt eine komplett neue Version 3.0 der Twitter-Tools, in der die Zugriffe wohl auf in Zukunft noch unterstützte API-Endpunkte umgestellt sind. Die vorherige Version 2.4 hatte ich aber in vielen Punkten an meine persönlichen Bedürfnisse angepasst. Bis das wieder mit meiner Seite funktioniert, könnte etwas Zeit vergehen. Bis dahin versuche ich, Twitterpause zu machen, auch als eine Form des schwachen Protests.

Das ist aber nicht so einfach: mehrfach hatte ich heute bereits den Impuls, einen kurzen Gedanken mitzuteilen.

Entzugserscheinungen.