Sonntag, 23. Oktober 2016
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Ein Jahr ohne Auto

, 16:52

Ein Update zu Drei Monate ohne Auto.

Seit einem Jahr habe ich jetzt kein eigenes Auto mehr, und ich habe auch nicht vor, mir in nächster Zeit wieder eins zuzulegen (der beim letzten Artikel noch vorhandene Tiefgaragenplatz ist inzwischen auch gekündigt).

Es ist nicht so, dass ich in der Zeit gar nicht mehr mit dem Auto gefahren wäre. In unserem Mallorca-Urlaub hatten wir zum Beispiel einen Mietwagen und sind in 8 Tagen insgesamt fast 1000 km gefahren, und im Sommerurlaub bei meiner Schwiegermutter bin ich auch so einige Kilometer mit ihrem Audi A3 gefahren.

Hier in der Gegend um Stuttgart gibt es aber nur einen Ort, zu dem ich in unregelmäßigen Abständen gelangen möchte, und der mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht zu erreichen ist: der boesner in Leinfelden-Echterdingen. Da sind wir einmal mit der S-Bahn, dem Bus und dann noch zu Fuß an der Hauptstraße entlang bis ins Nachbardorf hingegangen — um dann beim nächsten mal lieber einen car2go-Smart zu mieten. Für meinen Arbeitsweg bin ich inzwischen von der Stadtbahn auf die S-Bahn umgestiegen. Die liegt zwar an beiden Enden der Strecke deutlich weiter entfernt, fährt aber dafür nur 9 Minuten statt insgesamt 32 Minuten.

Und Fernreisen sind mit dem ICE sowieso angenehmer als mit dem Auto, auch wenn man lernen muss, sich mit dem Gepäck stark einzuschränken.

Das einzige, was ich wirklich vermisse ist ein Ort, an dem ich lauthals mit der Musik mitsingen kann ohne dass sich jemand beschwert.

Sonntag, 24. Januar 2016
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Drei Monate ohne Auto

, 22:11

Seit Anfang Oktober habe ich kein Auto mehr. Das letzte Auto war ja ein Dienstwagen gewesen, und den musste ich natürlich beim Arbeitgeberwechsel zusammen mit Laptop und Telefon wieder abgeben.

Das war die Gelegenheit, sich die Frage zu stellen, ob ich wirklich ein eigenes Auto brauche, oder ob ich mich nur in den 23 Jahren, in denen ich immer eins hatte, sehr daran gewöhnt habe. Bei genauerer Betrachtung war es nämlich eigentlich so, dass ich abgesehen von den Fahrten zur Arbeit gar nicht besonders viel fuhr. Meine Frau fuhr sogar überhaupt nicht, weil von unserer Wohnung aus wirklich fast alles zu Fuß erreichbar ist. Ich machte mich also nicht sofort auf die Suche nach einem neuen Wagen.

Das hatte bisher vor allem einige psychologische Effekte:

Sofort verloren habe ich die ständige Sorge, am Auto könnte irgendwas kostspieliges kaputtgehen (mein letztes eigenes Auto musste z.B. noch für etwa 2500 € renoviert werden nur ein halbes Jahr bevor ich es für 500 € weiterverkauft habe). Etwas später hörte dann das eigenartige Heureka-Gefühl auf, auch wenn ich zu Fuß an leeren Parkplätzen vorbeiging. Und etwa gleichzeitig fiel mir erheblich mehr als früher auf, wie sehr unsere ganze Stadtarchitektur auf das Auto ausgerichtet ist.

Und dann musste ich mich natürlich anders fortbewegen:

Für die tägliche Fahrt zur Arbeit habe ich eine Jahreskarte des VVS gekauft. Mit der Stadtbahn brauche ich etwa 20 Minuten länger als mit dem Auto (10 Minuten davon stehe ich allein am Bahnhof Charlottenplatz, weil dort die U12 gerade davonfährt, wenn ich mit der U2 ankomme), aber ich muss keinen Parkplatz suchen und kann mich einfach nur hinsetzen und Podcasts hören. Ab Frühjahr 2016 soll die verlängerte Stadtbahn U12 sogar fast direkt vor der Bürotür halten. Durch das sogenannte Ticket+ kann nach 19:00 und am Wochenende sogar die ganze Familie mit meiner Karte mitfahren, und am Wochenende gilt sie außerdem noch im ganzen VVS-Gebiet.

Für Fernfahrten müssen wir jetzt die Deutsche Bahn nehmen. Davon hatten wir jetzt bisher zwei; einmal Anfang November nach Grafing und zurück und einmal an Weihnachten das große Dreieck Stuttgart -> Grafing -> Warburg -> Stuttgart. Dabei stellt sich raus, dass die Fahrten im ICE auch mit Kindern total entspannt sind, dass ich aber vergessen hatte, wie sehr es nervt, mit der S-Bahn von der einen Seite des Münchner Verkehrsverbunds bis zur anderen zu fahren (hier: Pasing bis Grafing Stadt). Bisher ist es aber auch immer gelungen, vier Plätze im Abteil oder zusammenhängend im Großraumwagen zu reservieren. Und die Kinder haben iPods und Kopfhörer, aber das war es auch schon mit den besonderen Tricks.

Es läuft also bisher alles ganz gut ohne Auto, aber noch habe ich mich nicht getraut, den Tiefgaragenplatz zu kündigen.

(Und Carsharing gäbe es ja hier in Stuttgart auch noch; bei car2go (nur zweisitzige Smarts, für kurze Strecken) bin ich sogar angemeldet, bei stadtmobil bisher nicht einmal das. Der Grund: ich hatte in den letzten Monaten einfach keinen Bedarf zur Benutzung eines Autos.)

Samstag, 20. Oktober 2012
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Autofahren

, 23:52

Genau heute bin ich seit 20 Jahren Inhaber einer Fahrerlaubnis der Klasse 3 und damit automobil. Auf dem Dorf, auf dem ich damals wohnte, war das eine wichtige Sache. Anders als mein jüngerer Bruder hatte ich nicht mit Mofas und Kleinkrafträdern angefangen sondern war bis zur Berechtigung, ein echtes Auto zu fahren, mit dem Fahrrad ausgekommen.

Gedenken möchte ich der Mobilität mit einer kleinen Auflistung meiner Fahrzeuge, wie sie auch bei Jens Arne Männig vor kurzem zu lesen war.

VW Passat CL

Der Passat 32B in schickem Nevadabeige war mein erstes Auto. Den hatten meine Eltern 1986 als jungen Gebrauchten für etwas über 10000 DM erstanden, und als er durch ein frischeres Exemplar desselben Typs ersetzt wurde, fiel er mir zu.
Der Motor war zum Zeitpunkt der Herstellung nicht mehr ganz das modernste (aber solide Technik, 1,6 l mit Doppelregistervergaser und 55 kW), Karosserie und Fahrwerk waren aber auf der Höhe der Zeit. Die Fließheckbauweise gefällt mir eigentlich noch heute recht gut, weil sie einen guten Kompromiss zwischen Kombiflexibilität und Limousinenkomfort bietet, sie ist leider aber etwas aus der Mode gekommen (schöne Ausnahme z.B. Audi A5 Sportback).
Verbrauchs- und Ausstattungsmäßig war der Wagen eher eine Sparversion mit 4+E-Getriebe (lang übersetzter fünfter Gang) und nerviger schalt-mal-hoch-Kontrolleuchte bzw. seltsamer Verbrauchsanzeige im E-Gang. Der einzige Luxus waren von innen verstellbare Außenspiegel und ein mechanisches Schiebe-/Hebedach zum selber kurbeln.
Im Alter von 16 Jahren und mit etwas über 260000 km mochte der TÜV den Wagen nicht mehr und er musste gehen.

Fiat Croma i.e.

Da ich immernoch im Dorf am Ende der Welt wohnte und inzwischen zum Studium nach München pendelte, musste schnell günstiger Ersatz her. Bei einem der damals unzähligen Autohändler an der Wasserburger Landstraße erwarb ich günstig einen 10 Jahre alten Fiat Croma. Letztlich hat sich der günstige Kauf nicht gelohnt, da ich im Laufe relativ kurzer Zeit viel in Reparaturen stecken musste (Zylinderkopfdichtung, Radlager, Auspuff,…), aber ein Auto war nun einmal wichtig.
Der Croma war für lange Zeit der größte Fiat und ein mäßig erfolgreicher Vorstoß in die automobile Oberklasse. Die Karosserie teilte sich das Modell mit Lancia Thema, Saab 9000 und Alfa Romeo 164, und sie war abermals eine Fließhecklimousine mit riesigem Platz (als ich nach München zog haben wir z.B. eine Spülmaschine gekauft und einfach hinten reingelegt). Der Motor war erheblich moderner als beim Passat (mit 2l Hubraum, elektronischer Einspritzung und einem geregelten Katalysator) und mit immerhin 85kW kam man schon ganz gut vom Fleck. Außerdem gab es Drehzahlmesser, Veloursitze, Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber.
Zum italienischen High-Tech gehörte auch ein Check-System mit unzähligen Leuchtdioden, das leider etwas überempfindlich war und immer wieder falschen Alarm schlug. Italienische Technik, die alle Klischees erfüllte.

Insgesamt hat der Wagen aber wohl nicht genug Eindruck hinterlassen, denn ich konnte kein Bild mehr von ihm finden.

Fiat Barchetta

Als durch die Arbeit plötzlich viel mehr Geld in die Kasse kam, wollte ich mir mal was gönnen. In welchem Alter kann man schon würdevoll einen Roadster fahren?
Neben dem Sportwagenaspekt (und natürlich dem aufklappbaren Dach) war der kleine Flitzer auch erstmals ein sicherheitstechnisch modernes Auto mit Dingen wie ABS und Airbags. Der Motor wartete mit technischen Finessen wie 4 Ventilen pro Zylinder, Schaltsaugrohr und Nockenwellenverstellung (gleichzeitig übrigens einer der größten Schwachpunkte des Modells, aber ich hatte mit meinem Exemplar Glück) auf und holte aus 1,8 l Hubraum stolze 96 kW. Das sorgte für jede Menge Fahrspaß — aber nur etwas mehr als ein Jahr.

Alfa Romeo 156 2.4JTD

Denn selbst mit nur zwei regelmäßigen Insassen stellte sich der Zweisitzer auf Dauer als sehr unpraktisch heraus. Den sportlichen Anspruch wollte ich aber behalten, und so viel die Wahl auf den Alfa 156. Ich machte eine Probefahrt mit dem 2,5 l V6 und war schon in der Stadt zweimal kurz über 80 km/h. In diesem Auto hätte ich mich wahrscheinlich „derrennt“, da fehlte mir einfach noch die Reife. Stattdessen wurde es der 2,4 l Common-Rail-Turbodiesel.
Diese Wahl sollte sich in den darauffolgenden Jahren noch als günstig erweisen, denn es verschlug mich berufsbedingt nach Stuttgart, erst nur Projektweise, dann schließlich vollständig, und bei der damit einhergehenden Pendelei über die A8 war der sparsame Dieselmotor hilfreich.
Spaß machte der Wagen trotzdem, denn eigentlich war er mit 100 kW noch immer übermotorisiert. Und dem knurrenden Fünfzylinderklang trauere ich noch heute hinterher.
Über mangelnden Luxus konnte man sich nicht beklagen (Klimaanlage, CD-Wechsler, Autotelefon, Tempomat), und auch die Zuverlässigkeit des Italieners wurde ausschließlich durch ausfallende Teile eines deutschen Zulieferers getrübt.

Mercedes E320

Als sich Nachwuchs ankündigte, wurde der italienische Maßanzug auf Rädern abermals zu klein. Ich sah mich nach Kombis um und landete aus verschiedenen Überlegungen beim S124. Der war technisch auf einem deutlich älteren Stand als der Alfa (was man z.B. an der nicht verstellbaren Lenksäule und dem noch mechanisch ausgeführten Kilometerzähler merkte), stammte aber merklich aus einer anderen Fahrzeugklasse.
Mein Exemplar hatte sein Leben als Dienstwagen 1996 einer Anwaltskanzlei begonnen und ließ keine Wünsche offen (Orthopädische Ledersitze mit Sitzheizung, endlich wieder ein Schiebedach, eine Automatikschaltung,…). Außerdem war der Wagen noch viel mehr übermotorisiert mir 3,2 l Hubraum, 24 Ventilen und 162kW. Einfach viel Auto für wenig Geld.

Ein Bild gibt’s hier im Blog.

VW Touran 1.6TDI Bluemotion

Wie hier schon an einigen Stellen zu lesen und sehen war, habe ich letztes Jahr mein eigenes Auto gegen einen Dienstwagen eingetauscht. Leasingfahrzeuge sind Neuwagen, und damit habe ich mindestens 15 Jahre Automobilentwicklung aufgeholt. Zu der Entwicklung dieser Zeit gehört auch das Downsizing. Somit hat sich der Hubraum im Vergleich zum Mercedes halbiert, die Motorleistung sogar mehr als halbiert; der kleine Dieselmotor hat nur 77kW aber einiges an Drehmoment. Ein elektronisch gesteuertes Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen sorgt dafür, dass man trotzdem ordentlich vom Fleck kommt.
Auf der Ausstattungsseite hat selbst in diese Fahrzeugklasse inzwischen eine Unzahl elektronischer Helferlein Einzug gehalten. Um Licht und Scheibenwischer muss man sich nicht mehr selbst kümmern, Piepser und eine Kamera helfen beim Einparken, Musik kann per BlueTooth abgespielt werden und noch viel mehr Spielzeug. Reiner Luxus hingegen, aber einfach toll ist das riesige Glaspanoramadach.

Auch diesen Wagen hatte ich natürlich schonmal im Bild.

Sonntag, 2. September 2012
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Donnerstag, 26. Juli 2012
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Automatik

, 13:58

Nico Lumma wundert sich darüber, dass in Deutschland immernoch die meisten Autos von Hand geschaltet werden. Zurecht.

Dies wollte ich zuerst als Kommentar schreiben, aber es wurde einfach zu lang:

Ich fahre ein automatisch geschaltetes Auto. Bis vor sechs Jahren habe ich mehrere Wagen mit manuellen 5-Gang-Getrieben gefahren. Die Auswahl des richtigen Gangs hat mir dabei nie Probleme bereitet. Was aber auf dauer furchtbar genervt hat war das kuppeln — nicht bei normaler Fahrt, aber nach so einer Stunde im Stop-and-go-Verkehr (und die kann man sich rund um Stuttgart schnell mal einhandeln) kann das linke Bein schonmal ganz schön schmerzen. Das nervt.

„Beim nächsten Auto“, sagte ich mir, „will ich kein Kupplungspedal mehr haben.“ In das nächste Auto musste zusätzlich auch noch ein Kinderwagen passen, und so ergab es sich, dass ich  5 Jahre lang einen Mercedes W124-Kombi mit klassischer hydraulisch gesteuerter 4-Gang-Automatik hatte. Die war sehr angenehm zu fahren, erfüllte aber alle klassischen Automatikklischees: angefahren wurde in der Regel im zweiten Gang, und an eine Wandlerüberbrückung war noch nicht zu denken. Dank des Reihensechszylinders mit 3.2l Hubraum und stolzen 162kW war die Trägheit nicht wirklich zu spüren, das wurde aber auch mit einem Verbrauch von immer so um die 12l/100km Superbenzin erkauft.

Inzwischen fahre ich einen VW Touran mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, und das ist eine Offenbarung: Im Gegensatz zur Wandlerautomatik schaltet es gern und viel und hilft so dem Motor, das Auto trotz des schmalen nutzbaren Drehzahlbands (1.6l TDI mit 77kW) flott zu bewegen. Das Fahrgefühl beim Beschleunigen aus mittleren Geschwindigkeiten ist auch ganz anders, denn durch die geschlossene Kupplung entfällt dieser „Gummibandeffekt“. Außerdem hat man weitestgehende Kontrolle über den eingelegten Gang, wenn man den Hebel in die manuelle Schaltgasse (heißt das bei VW „Tiptronic“?) bewegt . Bei Bergfahrten ist mir das lieber, und die Schaltwippen am Lenkrad machen auch Spaß :-).

Auch wenn es Situationen gibt, in denen ich den Gang selber auswählen möchte, es gibt heute eigentlich keinen Grund mehr, den Gang mechanisch selbst einlegen zu wollen. Das kann der Computer echt besser. Den Zündzeitpunkt verstellen wir schließlich auch nicht mehr selber (das war bei den Autos der 20er ein Hebel in der Mitte des Lenkrads), und über das Verschwinden des Chokes hat sich auch keiner aufgeregt.

Samstag, 28. April 2012
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Sonntag, 25. Dezember 2011
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Freitag, 9. Dezember 2011
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Donnerstag, 26. November 2009
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Samstag, 29. August 2009
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Donnerstag, 19. Februar 2009
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Die Achse des Guten: Eine Schrott-Idee
[…] Rechnen Sie selbst: Sie kaufen einen Hybriden, der produktionsbedingt eine Benzinschuld in der Grösse von umgerechnet 3800 Litern auf dem Buckel hat und von nun an 5 Liter auf 100 Kilometer verbraucht. Ich habe hingegen einen gebrauchten Offroader gekauft, der 11 Liter säuft. Bis wir beide ökologisch quitt sind, kann ich also etwa 70 000 Kilometer fahren: Das sind für uns zwei etwa sieben Jahre bis zum CO2-Gleichstand. Falls Ihr Hybride bis dann noch eine funktionstüchtige Batterie hat, wäre er eine ganz vernünftige Occasion. […]
aus Delicious/steinhobelgruen

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