Sonntag, 28. September 2014
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#bcs7

, 23:54

Letztes Wochenende fand zum siebten mal das Barcamp in Stuttgart statt. Zum ersten mal am neuen Ort: statt wie bisher im Literaturhaus waren wir diesmal im Hospitalhof Stuttgart. So ein Locationwechsel ist ja immer eine große Gefahr, weil er den Charakter der Veranstaltung negativ beeinflussen kann. Diesmal hat er aber hervorragend geklappt, denn der neue Ort passt hervorragend zur Veranstaltung.

Die Architektur des Gebäudes ist spektakulär, und die Räume sind endlich wieder groß genug (im Literaturhaus mussten wir uns in den letzten beiden Jahren teilweise schon sehr zusammenquetschen). Und dadurch, dass das Foyer jetzt ebenerdig liegt und in einen Innenhof mündet, stehen sich die Leute auch zwischen den Sessions und beim Bier nicht mehr auf den Füßen. Alles wirkt luftiger und viel entspannter bei dieser Anzahl an Leuten.

Liegestühle

Dazu hatten wir wieder das hervorragende Essen von Esskultur, im langjährigen Mittel fast schon unerklärliches Glück mit dem Wetter, und wieder eine Kinderbetreuung, die den Kindern großen Spaß gemacht hat. Das einzige, was dieses Jahr etwas Probleme bereitet hat, war das WLAN, aber das gehört bei Veranstaltungen mit Netzleuten ja fast schon zum guten Ton. Insgesamt also ein fantastisches Wochenende.

Schlange zur Sessionanmeldung

Hier meine Anmerkungen zu den Sessions, die ich besucht habe:

Samstag

  • Familie 2.0
    Das Hauptthema der Session war Medienkompetenz. Der Einstieg war ganz gut mit der These dass Schulen nicht mehr Menschen für das Leben bilden sondern Human Resources für den Arbeitsmarkt ausbilden. Die Mitdiskutierenden hatten mir dann aber doch zu viele Aluhüte auf.
  • PrismCamp
    Ähm, ja, kommt zum PrismCamp!
  • Iron Blogger Stuttgart Runde
    Die hat Franziska schon so schön und ausführlich beschrieben., da brauche ich nichts mehr hinzuzufügen.
  • Suizid – 5 ways to leave your life
    Neues aus dem Schockraum. Anders als der Titel annehmen lässt, ging es nicht um die erfolgreichsten Selbstmordversuche sondern um die spektakulärsten Fehlschläge. Das war sehr unterhaltsam, jedenfalls für Menschen mit einem starken Magen und leichtem Hang zum zynischen. Dazu gab es noch ein wenig Statistik: die meisten Suizide gibt es zum Beispiel vor Weihnachten und vor dem Valentinstag.
  • Zeichnen lernen
    Zellmi zeigte, was er in den letzten Monaten alles neues gelernt hat, nachdem er sich entschlossen hat, sein Zeichenfähigkeiten auszubauen. Gleichzeitig ließ er auch die übrigen Teilnehmer auf vorher ausgeteilten Blöcken zeichnen.
    Meine Zeichnungen
  • Wie finde ich mein Partnertier
    Bei der Eröffnungssession waren Kekse ausgeteilt worden. Jeder von denen hatte einen Aufkleber mit einem Tiernamen (ich hatte „Schmetterling“), und jedes Tier war viermal vorhanden. Nun gab es ein Gewinnspiel, bei dem nur in Pärchen von gleichen Tieren teilgenommen werden konnte. Diese „Session“ diente dazu, seine Partnertiere zu finden.
  • Werwolf
    Zum ersten mal hatte ich die Zeit, mich diesem barcamp-Klassiker anzuschließen. Und das macht echt Spaß, auch wenn ich vom Werwolf gefressen wurde.

Sonntag

  • Multikopter
    Balu stellte einzeln alle Komponenten eines Multikopters vor und machte damit Lust auf eigene Basteleien. Andererseits, bevor ich mir noch so ein aufwendiges Hobby suche, würde ich lieber erst ausprobieren, ob mir das Dronen-Fliegen überhaupt Spaß machen würde. Dummerweise gab es auch dafür eine Anfängerempfehlung, nämlich die Nano QX.
  • Lifehacks
    Wie wir unser Leben durch kleine Änderungen besser machen können. Das erste Beispiel war, ohne (feste) Schuhe zu gehen für eine bessere Körperhaltung und ein Schonung der Füße und des restlichen Skeletts. Jan trägt dazu Leguano Barfußschuhe. Weitere Themen gingen vom Solarrucksack bis zur richtigen Körperhaltung beim Kacken.
  • Kendo
    Am Samstag hatte Michael eine theoretische Session zu dem Thema gehalten, die ich aber verpasst habe. Zum praktischen Teil war ich dann dabei, und so standen wir eine Stunde lang mit Bambusschwertern und übten langsam den korrekten Schwung. Das war anstrengender als es sich jetzt anhört.
    Kendo
  • Ich habe einen USB-Stick gefunden
    Michael hatte mal wieder ein Lady Gaga Secret Video gefunden. Die Session ist inzwischen fast ein Klassiker, ich hatte sie bisher aber irgendwie noch nicht gesehen: mit passend präparierten USB-Geräten (die wie ein Speicherstick aussehen, heimlich aber Tastatur spielen können) wird die Kontrolle über den Rechner übernommen.
  • Zeigt her eure Kinder
    Judith mit einem Plädoyer für mehr Kinderfotos im Internet. Ihr Beweggrund, der mir am besten gefallen hat, war, die Kinder sichtbarer zu machen — also im Internet nicht eine komplett kinderfreie Welt zu erschaffen. Somit bildete die letzte Session eine wunderbare Klammer mit der ersten.

Das Programm deckte mal wieder ein gewaltiges Spektrum ab, so dass ich diesmal nicht einen einzigen Session Slot leer gelassen habe — naja, die Kekstiersuchsession war eigentlich keine richtige.

mehr…

Freitag, 27. September 2013
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#bcs6

, 23:39

Es war wieder Barcamp in Stuttgart. Zum sechsten mal, auch diesmal wieder im Literaturhaus zwischen Liederhalle und Boschareal.

Wir waren wieder mit der ganzen Familie da, aber anders als in den Vergangenen Jahren habe ich diesmal hauptsächlich vortragend teilgenommen (nach den ursprünglichen Barcamp-Regeln hätte ich das natürlich eigentlich schon beim ersten mal machen sollen, aber naja…).

Hier meine Sessions (gehaltene und besuchte) im einzelnen:

Samstag

  • Mailverschlüsselung / Keysigning
    Diese Doppelsession hatte sich Patrick Schneider (@Schiri) vorher gewünscht. Sie bestand aus einem Vortrag von Frank Stohl, der Mailverschlüsselung mit PGP/GnuPG erklärte. Daran wollte ich ursprünglich eine GPG-Keysigning-Party anschließen, doch der zweite Vortragsslot wurde von der Diskussion vollständig ausgefüllt: statt die Schlüssel zu signieren haben wir die Theorie besprochen, wie und unter welchen Vorbedingungen denn Schlüssel zu signieren sind. Das hat so wahrscheinlich für die Teilnehmer größeren Nutzen gehabt als anders. Es folgte zum Beispiel von Oliver Gassner schon kurz danach ein Artikel mit den notwendigen Daten, um eine sichere und überprüfte Verschlüsselung aufzubauen.
    GPG-Session
    Weiterführende Artikel: Kryptographie ist schwierig und Aktion: Zeig mir Deinen Key Fingerprint.
  • Iron-Blogger-Vorstellung
    Das wurde nur eine kleine Runde, in der ich ein wenig erzählt habe, was sich in Sachen Iron Blogger seit dem letzten Barcamp und insbesondere seit der re:publica 12 getan hat.
  • Whisky-Tasteup
    Nach dem Abendessen sind wir mit der ganzen Familie nach hause gegangen, haben die Kinder ins Bett gebracht, und dann durfte ich allein noch einmal zu den Abendsessions wiederkommen. Die erste davon war das Whisky-Tasteup, für dessen Eintritt eine Flasche Whisky mitzubringen war (hatte ich noch da). Einen Ausführlichen Bericht gibt es im  Tasteup-Blog, und ich habe meine eigenen Eindrücke den Abend über getwittert.
    Klarer Sieger (zumindest von denen, die ich probieren konnte) war der Ardberg Uigeadail (und der ist gar nicht so teuer wie befürchtet, drum muss ich den unbedingt kaufen).
  • IronBlogger-Lesung
    Die Whiskyverkostung musste ich zwischendurch leider unterbrechen, weil ich versprochen hatte, einen meiner eisern gebloggten Texte vorzulesen (ich könnte es natürlich auch so formulieren, dass die Tasteup-Session hoffnungslos überzogen hat…). Diese etwas eigenartige Sessionreihenfolge führte auch dazu, dass sich außer den Lesenden kaum jemand von Alkohol oder Werwolf zu uns verirrte.
    Gut gelaunt lasen wir uns eben gegenseitig vor:

    1. Mika Kienberger: Fruchtsalat Delux – Best Of Ananasdating
    2. Ich selbst: Kryptographie ist schwierig (siehe oben)
    3. Jürgen Kaiser: Unter OS X auf NTFS-formatierte Festplatten schreiben
    4. Stefan Sommer: Berlin 2012
    5. Ute Mündlein: Was wir von „Der Pate“ lernen können
    6. Patrick Schneider: Drehen sich Blogger um sich selbst?
    7. Franziska Köppe: Im Hamsterrad? Sieben Tipps, den Alltag loszulassen
    8. und Das beste Fahrradschloss der Welt (Wuff Lock)
    9. Barbara Hoisl: Lean Startup – Entering the Enterprise?

Sonntag

  • Gadgetsession
    Hier wurde lustiges Spielzeug vorgestellt, insbesondere ist mir der Leap Motion Sensor in Erinnerung geblieben, für den ich aber wohl keine Verwendung hätte. Wesentlich praktischer fände ich da schon den Kontaktlautsprecher, der den Schall eines Smartphonelautsprechers ohne Kabel- oder Funkverbindung verstärken kann. So etwas könnte ich in der Küche gebrauchen.

Am  Sonntagmittag haben wir uns dann zu einer Taufe im Bekanntenkreis davongemacht. Eigentlich wollten wir nur kurz die Kirche besuchen, wurden dann aber überraschend noch zum Essen eingeladen. Drum habe ich den Rest des Barcamps verpasst, wenn auch auf eine der angenehmstmöglichen Weisen.

Mein Dank geht wie immer an die hervorragende Organisation (also hauptsächlich an Jan), an die wieder großartige Kinderbetreuung, ohne die wir nicht so ausgiebig und entspannt am Programm hätten teilnehmen können und an die Sponsoren. Und an Esskultur, deren Catering so hervorragend wie in den vergangenen Jahren war.

Nächstes Jahr kommen wir wieder.

Samstag, 11. September 2010
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Sonntag, 28. September 2008
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Barcamp Stuttgart

, 22:59

Vorhin ging das erste Barcamp in Stuttgart zuende, gleichzeitig war das auch das erste Barcamp auf dem ich war. Das hat alles großen Spaß gemacht und muss bei Gelegenheit unbedingt wiederholt werden (München am 11./12. ist mir aber zeitlich zu nah). Organisation und Rahmenprogramm waren hervorragend (der Veranstaltungsort auch, da konnte ich zu Fuß hingehen); außerdem sind wir immer mit tollem Essen und genug Kaffee versorgt worden. Hier meine gesammelten ungeordneten Gedanken zum eigentlichen Programm:

  • Samstag:
    • Session Internationalisierung von Webservices: Hmm, nicht viel neues über die Probleme der Internationalisierung, aber immerhin ist ein Linktipp rausgesprungen: transifex, eine Kollaborationsplatform für Entwickler und Übersetzer.
    • Session Partizipative Webprojekte am Beispiel von Stadtwikis: Ja, genau das — und da gibt es ziemlich viel zu sagen. Wie bekommt man die Benutzer dazu, was reinzuschreiben? Wieviel und was muss man überwachen? Wen sollte man ansprechen? (und auch so grundsätzliche Fragen wie: wie kommt man eigentlich dazu, ein Stadtwiki gründen zu wollen?)
    • Session GLOSSR: Begriffsdefinition im 2.0-Umfeld: GLOSSR ist der Versuch, für Begriffe eine kurze (und möglicherweise griffige) Definition zu liefern. Die können dann natürlich nicht so allumfassend wie bei Wikipedia sein, doch ist genau das (also die Abwesenheit des Zwangs, erst einmal 10 Seiten zu lesen) der entscheidende Punkt zur Abgrenzung zwischen den beiden Diensten. In der Session sollten einfach mal ein paar Begriffe gemeinsam definiert werden (macht Spaß, unbedingt selber mal probieren!); der erste davon (Semantik) stellte dann aber schon eine so harte Nuss dar, dass wir keinen weiteren mehr geschafft haben… 😉
    • Session OpenStreetMap: mit OSM habe ich mich schon seit einiger Zeit immer mal wieder ein wenig beschäftigt. Dazu kommt hier sicher bald noch mehr.
  • Sonntag:
    • Session Keynote im Dialog bauen: Weblogs and the World »Revolution«: Ich habe zwar keine Ahnung, inwiefern diese Diskussionsrunde Oliver und Robert bei ihrer Keynote in Serbien weitergebracht hat, die Situation in Deutschland wurde aber eingehend beleuchtet. Auch von hier bringe ich einen Linktipp mit: Jorn Bargers Robot Wisdom Weblog war das erste Weblog, das auch diesen Begriff benutzt hat… … Achja. Einen erwähnenswerten Vergleich von Oliver Gassner habe ich noch mitgenommen: [Die Vorschrift, dass Information auf Webseiten des Öffentlichen Rundfunks nach 14 Tagen wieder entfernt werden muss ist] wie wenn man alle vier Wochen die Stadtbibliothek abbrennen würde, weil die schlecht für den Buchhandel ist.
    • Session Kommentarmoderation — Zensur oder Unterhaltungsförderung: Auch hier habe ich einen neuen Begriff gelernt: T5F — kann man vielleicht nochmal gebrauchen. Und dann ergab sich noch eine Projektidee: man bräuchte eine Kreuzung aus Akismet und einem Web of Trust wie bei PGP. Man würde darin Kommentare als Spam (oder Kommentatoren als Spammer) klassifizieren und diese Klassifikation mit anderen (allen) Benutzern teilen; diese könnten dann einstellen, wie stark sie anderen (bekannten) Benutzern bei dessen korrekter Klassifizierung trauen, so dass durch Vererbung ein Wahrscheinlichkeitswert berechnet werden kann (das muss ich noch besser und verständlicher ausformulieren und mich dann mit Jan in Verbindung setzen…).

Und vielen Dank nochmal an die Organisatoren.

Ach ja: meine archivierten Twittereien und Bilder (da kommen noch welche…) sind hier unter dem Tag bc0711 gesammelt.

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Samstag, 27. September 2008
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