Donnerstag, 6. Dezember 2012
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Liegengebliebenes – Nachrichten aus der Welt der Prokrastination

, 23:36

Man nimmt sich ja so viel vor, oder hat irgendwelche Projekte oder halbgare Ideen herumliegen. Drum will ich heute mal einige der Dinge (aus dem groben Umfeld dieses Blogs) aufzählen, die bisher nichts geworden sind. Der Klassiker eines angefangenen aber nie abgeschlossenen Buchprojekts ist nicht dabei, aber einige andere Sachen haben sich schon angesammelt:

Ganze Webseiten

  • Alertbird:
    In der Auflösung von exolution sind bei mir einige recht tote Domains hängengeblieben und auch ein paar Backups von CVS-Repositories. Darunter auch das Komplette Internet-Startup Alertbird, dessen Betreiber-AG schon einige Zeit vor exolution in die Insolvenz gegangen war, und das 2004 dann ganz vom Netz ging. Die Geschichte hatte ich hier mal aufgeschrieben, und ich hatte auch schon angefangen, die Sourcen wieder zu entstauben und die Daten zu konvertieren, aber irgendwie ist das dann im Sande verlaufen. Inzwischen braucht das zwar auch wahrscheinlich keiner mehr, aber ich finde trotzdem schade, dass es in der virtuellen Schublade verstaubt.
  • Fotoroulette:
    Ein Artikel bei Anke Gröner brachte mich mal auf die Idee, ein Blogprojekt für dieses Spiel aufzusetzen:

    “To me Venice was not merely beautiful: it was beautiful everywhere. On one occasion I set about testing the notion by concocting a game called ‘photo roulette’, the object of which was to walk around the city taking photographs at unplanned moments – whenever a church bell rang or at every sighting of a dog or cat – to see how often, standing at an arbitrary spot, one would be confronted by a view of exceptional beauty. The answer: almost always.”

    John Berendt, The City of Falling Angels, Sceptre 2006, Seite 27
    Leider bin ich nicht wirklich über die Domainregistrierung rausgekommen, obwohl sich das tatsächlich noch umsetzen ließe. Die Domain benutze ich im Moment für Testblogs, aber wenn da jemand wirklich Fotos veröffentlichen wollte, dann könnte ich die reaktivieren.

  • Twoto:
    An ähnlicher Stelle steckengeblieben ist die Idee, einen eigenen Twitter-Fotosharing-Dienst aufzusetzen. Twitpic, das damals noch allein auf weiter Flur war, kam nämlich mit Umlauten anfangs gar nicht zurecht und hatte auch regelmäßig Probleme mit genereller Abwesenheit durch starkes Wachstum. Noch einen solchen Dienst braucht aber heute echt keiner mehr, drum werde ich die Domain vermutlich verschwinden lassen.

Zu selten befüllte Blogs

  • 321 Blog:
    Im Abnehmblog herrscht im Moment allgemein Ruhe. Hin und wieder schreibe ich über meine Trainingsfortschritte. Ich weiß aber nicht, ob ich an einem weiteren Abnehmduell teilnehmen würde — im Wettbewerb abnehmen ist vielleicht doch nicht so toll. Der regelmäßige Austausch mit den anderen 321-Bloggern wäre aber doch ganz toll.
  • Schlechte Gedichte:
    Im Gegensatz zum Fotoroulette war dieses Gemeinschaftsblog tatsächlich aktiv. Entstanden ist es während eines Projekts, bei dem ich mit einem Haufen kreativen Softwareentwicklern in einem Raum saß. Beim Blödeln entstanden manchmal Reime mit einem deutlichen Hang ins Technische. Die wanderten dann in das Blog. Allein bin ich leider überhaupt kein Poet, und so lebt die Seite seitdem nur noch von gelegentlichen Fundstücken. Ich lade aber hiermit alle meine Leser ein, Gedichte einzureichen und/oder sich von mir einen Autorenzugang geben zu lassen. Das Blog steht allen schlechten Gedichten offen.

Dinge für Iron Blogging Stuttgart

Nie fertiggeschriebene Blogartikelentwürfe

  • Mein Speed-Setup, Teil 3: Fixing und Tuning
    Ein Artikel aus der Reihe, in der ich mein Serversetup erkläre (Teil 1, Teil 2). Am Setup wird nach wie vor geschraubt, da gäbe es also eigentlich durchaus noch was aufzuschreiben.
  • Die Linux-Server im Windowsnetz (Teil 2)
    Noch so eine Serie. Bei dieser wurde das beschriebene Projekt aufgegeben, bevor der Artikel fertig war. Eigentlich weiß ich aber, was noch fehlt.
  • Kekse
    Ein Rumpfartikel über das Cookie-Dilemma.
  • Ein Artikel über TLS
  • [brg] Wie fang ich an? (oder: Wo bloggen?)
    Der erste Anfängerartikel für die Blog Revival Gang (wie hier angekündigt).
  • Buchhaltung mit Ledger
    Über die Abrechnung der Iron Blogger Stuttgart. Das verwendete Programm ist nämlich vielseitig einsetzbar.
  • für mich
    Ein Fragment eines Blog-Revival-Gang-Artikels.
  • (und dieser Artikel, aber der ist ja hiermit doch noch fertiggestellt)

Was meint Ihr? Welche der vielen Dinge sollte ich wieder weiter vorantreiben? Welche sollte ich besser gleich einstampfen?

Donnerstag, 31. Mai 2007
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test.alertbird.de

, 10:55

Noch ist nichts zu sehen, aber bald: test.alertbird.de

Sonntag, 27. Mai 2007
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Das Orakel (oder: auf dem Weg zu den Originaldaten)

, 13:33

Einer der Haupthinderungsgründe für den Weiterbetrieb der Alertbird-Software war ja immer der Ressourcenbedarf (sowohl Rechner- als auch Geld-) der Oracle-Datenbank. Meine Umbautätigkeiten bestehen deshalb bisher zum größten Teil aus Änderungen, um die Daten in Zukunft in einer PostgreSQL-Datenbank halten zu können. Leider habe ich die alten Daten nur in Form eines exp/imp-Dumpfiles für Oracle 8i, drum mußte ich tricksen:

Aus der Arbyte habe ich mir eine virtuelle VMWare-Maschine mit Oracle 9i drauf ausgeliehen, dort den Dump eingespielt und mit einem JAVA-Programm die Daten in die Postgres rüberkopiert (solche Programme sind schnell geschrieben, das habe ich schließlich im FleetBoard-Projekt lange genug geübt). Leider waren nachher alle Umlaute weg (bzw. es war ein Bit abgeschnitten — die Leute heißen dann z.B. „Jvrg“). Kurz nachgesehen: die Umlaute waren aber auch in der Quelldatenbank schon weg, am Kopierprogramm liegt’s also nicht. imp nochmal ausgeführt: da steht doch tatsächlich, die Daten seien US7ASCII-Kodiert. Ohje, sollten die Umlaute etwa beim Export schon verschwunden sein? Dann wären sie seit 2004 weg und wohl nicht wieder aufzutreiben…

Zum Glück waren die Umlaute in der Datei selbst vorhanden, da stimmte wohl nur die Deklaration nicht (das bedeutet übrigens gleichzeitig, daß Umlaute in Alertbird in der Vergangenheit nur deshalb funktioniert haben, weil Oracle sich vor Version 9 nicht um den Inhalt des achten Bits geschert hat, wenn ein 7-Bit-Zeichensatz eingestellt war). Hier fand ich eine Erklärung, wie die Zeichensatzangabe in die Exportdatei kommt. Ich brauchte also nur einen Hexeditor…

Cygnus Hexedit

… und mußte den Anfang der Datei von „03 00 01 …“ auf „03 00 1F…“ ändern, nochmal in Oracle importieren und die Kopie noch einmal starten.

Das sieht doch schon ganz gut aus (an den Datumsfeldern muß ich aber noch feilen, die verlieren noch alle ihre Uhrzeit):

Echt alte Daten

Sonntag, 13. Mai 2007
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Der große Altmann

, 23:23

Ich kann die Testdaten zum Teil wieder sehen (lies: login funktioniert)

altmann

Wo ist eigentlich das Tralü mit Goldkante?

Dienstag, 1. Mai 2007
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Es geht voran

, 17:06

Langsam schwinden die Fehlermeldungen. Die Loginseite taucht das erste mal im Tomcat auf:

AB

Bald…

Freitag, 26. Januar 2007
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Kreisch, Vogel

, 14:57

Mein kleines Web-1.0-Projekt:

In den guten alten Tagen der .com-Zeit, da gab es mal eine Aktiengesellschaft, die wollte eine Plattform für „Mobile Group Communication“ aufbauen: Benutzer sollten Treffen über Web, mit WAP (damals Brandneu) und SMS (damals der Hit) und eMail organisieren können.

Meine Kollegen Stefan und Thomas (dieser Vorname ist ja sooo selten) haben das damals implementiert, gestalterisch stand ihnen ein stetig wachsendes Alertbird-Team zur Seite (später gab’s auch dort „richtige“ Softwareentwickler). Eine schöne Web-1.0-Anwendung entstand. Internetanbindungen waren aber teuer, Datenbanken und Server auch, Angestellte erst recht, und so war es leider irgendwann wieder vorbei mit der Aktiengesellschaft. Aber da die Chefs von Alertbird (Hallo, Sebastian und Jens!) im Gegensatz zu manch anderem Kunden aus der Zeit mit offenen Karten spielten, und weil der Service ja nicht schlecht war und auch fleißig genutzt wurde, liefen die Server bei uns Entwicklern weiter.
Leider kam auch für exolution irgendwann das Ende der Geschäftstätigkeit in Form einer Insolvenzanmeldung. Alles was seitdem zu sehen war, war eine Fehlermeldung auf der Alertbird-Seite…

aus technischen gruenden ist alertbird leider momentan nicht erreichbar

…und der einzig erklärende Hinweis im Wazong-Wiki:

Mein bisheriger Arbeitgeber, die exolution GmbH, die Alertbird seit der Insolvenz der Alertbird AG freundlicherweise weiterbetrieben hat, ist jetzt selbst insolvent.

Wir planen, Alertbird wieder in Betrieb zu nehmen (diesmal bezahle ich den Betrieb privat), aber es sind erst ein paar Änderungen nötig. Insbesondere muß Alertbird ohne Oracle-Datenbank laufen, weil mir der sechsstellige Eurobetrag, den so eine Lizenz für einen Internetdienst kostet zu hoch ist. Zum Glück haben sich ein paar freiwillige gefunden, die in ihrer Freizeit an den notwenfigen Änderungen arbeiten.

An alle, die sich vielleicht Sorgen machen: Die Datenbasis in Alertbird ist nicht verlorengegangen. Wir beabsichtigen auch nicht, die Daten an jemanden zu verkaufen sondern hoffen, bald mit einer neuen Alertbird-Version und den alten Daten wieder hier zu sein.

Hin und wieder erreichten mich Anfragen (Hallo, Herr Bachhausen!), ob es denn demnächst wieder losgeht.

Dann schrieb hier vor kurzem Don Dahlmann, daß die guten Ideen nicht auf die Frage „was könnten die anderen Leute gebrauchen?“, sondern auf die Frage „warum gibt es das eigentlich nicht?“ gefunden werden. Eigentlich fehlt mir die Funktion, die Alertbird damals bot, nach wie vor. Zusätzlich schweben mir selbst noch einige Dinge vor, die auch im grundsätzlichen Themengebiet der Terminorganisation angesiedelt sind, und ich hätte auch gerne einen Ort, an dem ich diese hübschen Web-2.0-Techniken ausprobieren kann. Eigentlich gibt es also nur gute Gründe, den Alertbird wieder auszupacken (und sei es nur als persönliche Technikspielwiese).

Gestern habe ich mich jetzt endlich drangesetzt, und erstmal mit Schrecken festgestellt wie alt der Code ist: ant war wohl noch nicht erfunden, und so wird alles mit make aufgesetzt. Die Verzeichnisstruktur ist deswegen auch bestenfalls gewöhnungsbedürftig. Und weil CVS mit Verschiebungen im Verzeichnisbaum nicht gut umgehen kann, habe ich das Code-Repository auf Subversion gewechselt.

Jetzt muß ich zuallererst den Code mit ant in Eclipse zum kompilieren bringen, dann die Oracle-Spezifika entfernen, dann den HTML-Code entrümpeln und dann sehen wir weiter…

Bis wirklich wieder etwas anzuklicken ist, wird es sicher einige Zeit dauern.
Falls jemand mitarbeiten möchte, insbesondere die früheren Kollegen bei exolution und die ehemaligen Angestellten der Alertbird AG, möge er/sie sich bei mir melden.
(blink)

(die Grafiken stammen übrigens aus den ersten Designentwürfen von 2000)