Montag, 23. Januar 2017
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Deine Lakaien XXX – The 30 Years Retrospective

, 22:49

Gestern haben wir erstmals die Kinder (schließlich schon halb 11 und halb 8 Jahre alt) am Abend für mehrere Stunden allein zuhause gelassen und sind in ein Konzert gegangen. Wir hatten Karten für den Hegelsaal der Liederhalle. Das ist ein sehr praktischer Ort für Konzerte, da er nur zwei Stadtbahnhaltestellen von unserem Haus entfernt ist.

1. Empore Eing. H Reihe 2 Platz 81

Es spielten Deine Lakaien, eine Band, die ich seit fast 22 Jahren immer mal wieder live gesehen habe, und die dabei jedesmal den Klang ihrer Stücke wieder neu erfunden hat. Zuletzt hatten wir sie vor fast 10 Jahren genau an der gleichen Stelle mit „20 Jahre electronic avantgarde“ gesehen, diesmal aber hatten sie weder ein Symphonieorchester noch einen C64 dabei. Dafür gab es auf der Bühne gleich zwei Batterien an Synthesizern, einen Flügel ohne Deckel, der sich auch selbst spielen konnte, Gitarre, Bass und Schlagzeug sowie zwei Violinen und ein Cello.

Deine Lakaien (1)

Gespielt wurden nicht nur die Gassenhauer sondern auch „unbekanntere“ Stücke. Neben dem Hauptprojekt Deine Lakaien standen nämlich auch einige Stücke der Soloalben (bzw. Nebenprojekte) der beiden Bandmitglieder auf dem Programm. Von Alexander Veljanovs Soloalben habe ich ja wenigstens eins in meinem Plattenschrank, so dass ich da schon Stücke kannte. Helium Vola aber war mir bisher nur dem Namen nach ein Begriff. Vom Gesang der Sabine Lutzenberger war ich sehr beeindruckt, aber die Musik ist in der Lautstärke auch etwas anstrengend. Da muss ich mich unbedingt mal in Ruhe reinhören.

Insgesamt war das Programm gut zwei Stunden lang plus 20 Minuten Pause (!) und Zugaben. Bei den Lakaien-Songs hätte ich mir persönlich vor allem im ersten Teil des Konzerts mehr Synthesizer und weniger Streicher gewünscht, der Wunsch wurde aber voll erfüllt, als in den Zugaben die Klassiker kamen (Resurrection Machine, Dark Star, und im Finale Love me to the end als Duett mit Sabine Lutzenberger). Alle Stücke waren wieder tolle neue Versionen der alten Bekannten, und der Sound wandelte dabei zwischen fast Kammerkonzert und beinahe Dark-Wave-Disco hin und her. Für die nicht-symphonischen Interpretationen, die diesmal gespielt wurde, fand ich den voll bestuhlten Konzertsaal fast etwas unpassend, aber sowohl Band als auch Publikum sind ja inzwischen etwas älter geworden, und man kann ja auch nicht ewig in der Muffathalle (hier in Stuttgart entspräche dem wahrscheinlich das LKA-Longhorn) rumhängen. 😉

Ernst Horn, Alexander Veljanov, Slobodan Kajkut

Die Akustik des Saals war am Anfang etwas hallig und überdreht, konnte dann aber irgendwie noch erfolgreich hingeregelt werden, die Lichtinszenierung war sehr beeindruckend. Zusammenfassend: ein tolles Konzert.

Die Kinder waren übrigens tatsächlich halbwegs brav ins Bett gegangen. Wir sollten uns also vornehmen, so etwas in Zukunft öfter zu machen.

Donnerstag, 7. August 2008
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Treffen Sie Leute mit ähnlichen Interessen!

, 15:35

Man soll sich ja, wenn man neue Leute kennenlernen will, immer welche mit gemeinsamen Interessen aussuchen. Der Dienst, den V12-Markting erbracht hat kann daher überhaupt nicht hoch genug eingschätzt werden:

An: 446 namentlich genannte

Neben der Information über Alexander Veljanovs bevorstehendes neues Soloalbum (die Interessierte sowieso schon ein paar Tage zuvor erhalten hatten) stellten sie nämlich auch die eMail-Adressen aller anderen Kunden des Deine Lakaien-Merchandising-Shops zur Verfügung (446 um genau zu sein). Da ist dann der „Adobe German Customer Service“ dabei (WTF?) und sicher auch einige andere nette Leute. Leider würde es sich nicht richtig lohnen, damit so wie bei dieser ähnlichen Aktion eine neue Mailingliste anzulegen, denn ein großer Teil wird wohl dort schon dabei sein. Kleiner Tipp: „Bcc“ ist das richtige Feld!

Hoffentlich geht man bei V12-Marketing mit den Konto- und Kreditkartendaten etwas sensibler um…

Dienstag, 20. Februar 2007
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Musik mit Symphonieorchester und C64

, 17:16

Der seit längster Zeit geplante Konzertbesuch (die Karten hatte ich schon im Mai des letzten Jahres) fand am Wochenende statt: „Deine Lakaien und die neue Philharmonie Frankfurt: 20 Jahre electronic avantgarde“.

20 Jahre electronic avantgarde

Susannes Mutter reiste eigens aus Grafing an, um an dem Abend auf Simone aufzupassen. So konnten wir uns beruhigt mit T2 und Natalia treffen, um uns der Kultur hinzugeben.

Daß Ernst Horn ein begnadeter Arrangeur ist, ist seit der Acoustic-Tour (PvH hat mich damals ins Münchener Prinzregententheater geschleift und dadaurch angefixt) unbestritten. Das große Orchester kam den Titeln entgegen. Mirror men und Dark star gewannen eine neue Gewalt, und Mind machine wurde zu einem langen experimentellen Trip — nur neuere Titel wie Over and done, deren Albumversion schon relativ üppig arrangiert ist, klangen nicht so überraschend. Den meisten Spaß im schien jedenfalls der Perkussionist zu haben, denn der grinste fast die ganze Zeit.
Zusätlich zum Orchester waren noch die Streicher der letzten Touren, der übliche Gitarrist, ein kleines Museum der Synthesizertechnik und der bekannte präparierte Flügel auf der Bühne — und dann war da während des ersten Teils des Konzerts (eine Pause mit Gong am Ende ist ja eigentlich sowieso schon etwas eigenartig für ein Lakaien-Konzert) neben dem Flügel die ganze Zeit noch ein mit einem schwarzen Tuch abgedeckter Tisch. Nach der Pause zeigte sich: unter dem Tuch war ein C64 (der zweite ohne Brotkastengehäuse, dafür war die 1541 aus der ersten Serie mit der Verschlußklappe statt des Drehknebels). Der C64 diente für die härteren Stücke als Drumcomputer, und als Alexander Veljanov wegen der unendlichen Ladezeiten zwischen zwei Stücken davor niederkniete um ihn als „Mind Machine, Mind Machine,…“ zu beschwören, bekam er sogar Szenenapplaus.
Insgesamt wahrscheinlich das beste Konzert, bei dem ich bisher war.

Leider wurde auf Plakaten und per Lautsprecherdurchsage mehrmals daraufhingewiesen, daß wegen der Aufnahmen für die Geplante DVD Ton-, Video- und Bildaufnahmen streng verboten seien (ergibt ja auch Sinn: wenn ich das Bild wegfotografiere, dann fehlt es auf der DVD). Das was so aufeindringlich, daß ich mich nicht mehr zu fotografieren getraut habe.

Die DVD muß ich natürlich kaufen.