Mittwoch, 4. Juli 2012
[*]

Zurker ist das neue Plurk

, 11:49

Oh, es gibt mal wieder einen neuen Socialdings-Dienst. Der Ansatz liegt irgendwo zwischen facebook und Twitter. Nichts überraschendes, aber die haben im Moment ja beide so ihre Probleme mit Benutzerverärgerung. Ein grundlegend anderes Konzept verfolgt Zurker hingegen bei der Organisationsform: der Dienst „gehört“ seinen Benutzern, die sogenannte vShares erwerben (oder durch bestimmte Aktionen erhalten) können.

Auch für die Benutzerkonten wurden ungewohnt strenge Regeln aufgestellt, die die ganze Sache angenehm spamfrei halten könnten:

  • No duplicates Duplicate accounts are not allowed. In other words, one person may open and/or use only one account.
  • No children Accounts may only be opened by users who have been alive for at least 567,648,000 seconds, or about 18 years.
  • No transfers Accounts are non-transferrable. Accounts may only be opened if the specified criteria have been met.
  • Individuals only Accounts may be opened only for individuals. Accounts may not be opened for corporations, business, organizations, or groups – these may have a presence on ZURKER PROJECT in the form of „entities“ but not as accounts.

Layout und Bedienung sind noch ein wenig hakelig:

Wahrscheinlich wird es also mal wieder nicht der große Twitter-Killer (oder facebook-Killer), aber im Zweifel will man dann ja doch von Anfang an dabeigewesen sein. Die üblichen Verdächtigen sind auch schon wieder dort (kosmar habe ich aber noch nicht gefunden, was ich sehr eigenartig finde).

Wenn Ihr mitspielen wollt: hier ist mein Einladungslink (wenn Ihr Euch über den anmeldet, dann bekomme ich „vShares“, was auch immer die nutzen sollen).

(via caschy)

Sonntag, 6. Juni 2010
[*]

Die kleine Kulturflatrate

, 21:54

Ok, mit meinem Artikel bin ich mal wieder besonders spät dran, aber ich mach’s dafür ausführlich:

Die Finanzierung der Inhalte im Internet klemmt im Moment vor allem am Fehlen eines funktionierenden Micropayment-Systems. Das ist so, weil es im Netz viel weniger eine Kostenloskultur als eine Sofortkultur gibt. Der Nutzer möchte „Content“ möglichst einfach und möglichst gleich erhalten. Er ist durchaus bereit, Geld dafür zu bezahlen (deshalb funktioniert der iTunes Store, obwohl man ganze Diskographhien aus P2P-Netzen laden kann). Der Nutzer möchte dabei aber nichts aufgedrängt bekommen (deshalb werden die Webseiten-Monatsabos der Zeitungsverlage nicht funktionieren).

Eine beliebte (irgendwie aber resigniert wirkende) Antwort auf dieses Problem ist die sogenannte Kulturflatrate, bei der jeder Teilnehmer (oder jeder Internetbenutzer oder sogar jeder Bürger) einen monatlichen Betrag entrichten soll, durch den dann alle aus dem Internet bezogenen Kulturleistungen abgegolten sind. Der Beitrag müsste vom Anschlussanbieter (oder auch jemand anderem) eingezogen und von einer Rechteverwertungsgesellschaft wie GEMA oder VG Wort an die einzelnen Kulturschaffenden ausgezahlt werden. Abgesehen von der grundsätzlichen Unbeliebtheit solcher Gesellschaften wirft die Kulturflatrate aber ihren eigenen Stapel offene Fragen auf (die beiden größten davon sind, wie hoch diese Abgabe denn sein müsste und wer davon dann welchen Anteil bekommen würde).

Einen Zwischenweg beschreitet flattr. Das erste mal habe ich vom flattr-Konzept hier gelesen, seitdem ist das Projekt sehr erfolgreich in eine geschlossene Betaphase gestartet (ganz Twitterland dürfte aber inzwischen mit Einladungen versorgt sein). Bei flattr legt jeder Teilnehmer einen Betrag fest, den er pro Monat für Leistungen anderer auszugeben denkt (im Moment sind Stufen zu 2€, 5€, 10€ und 20€ vorgesehen). Die Summe muss zuvor auf das flattr-Konto eingezahlt worden sein und wird jeweils zum Monatsende auf alle geflattrten „things“ (Artikel, Stück Software, Blog, Podcast, einzelne Podcastfolge, Bild,… — flattr legt nicht fest, in welcher Granularität Inhalte zu „things“ werden sollen) gleichmäßig verteilt. Dadurch kann ein einzelner Klick sehr unterschiedlich viel Geld wert sein.

Ist das Konto einmal eingerichtet, steht dem Benutzer eine einfach zu bedienende Möglichkeit zur Verfügung, eine Einzelleistung zu honorieren (entsprechende Knöpfe lassen sich direkt integrieren). Am anderen Ende entsteht eine Einnahmequelle für Blogger und andere Kulturschaffende, deren Erzeugnisse über das Netz verbreitet (oder im Netz repräsentiert) werden können. Hoffen wir mal, dass die Idee abhebt — sie ist jedenfalls deutlich sinnvoller als die allgegenwärtigen „Gefällt mir“-Knöpfe von facebook.

Der flattr-Ansatz kann im Moment wahrscheinlich (noch) nicht den „professionellen Journalismus“ retten (der in fortgesetzter Realitätsverweigerung sowieso mehr auf iPad-Apps setzt — aber bitte…), obwohl die taz ihn bereits nutzt. Aber wer weiß…

Ich werde an flattr erstmal als Nettozahler teilnehmen. Erstens, weil es die in einem solchen System auch geben muss und zweitens, weil ich mir noch nicht zuende überlegt habe, welche Dinge ich denn flattrbar machen möchte (die einzelnen Blog-Artikel per WordPress-Plugin jedenfalls nicht, denn da sind ja auch meine Tweets als Einzelelemente enthalten). Folglich besitze ich bisher nur ein „thing„, das mein komplettes Blog repräsentiert.

Dienstag, 18. August 2009
[*]

Mein erstes eigenes Plugin: WP-ExpandURL

, 23:04

Dies ist mein erstes selbstgeschriebenes WordPress-Pluging. Es tut nicht viel; es verlängert die URLs wieder, die mit einem URL-Verkürzer verkürzt worden sind.

Das funktioniert so: für alle Links eines Posts werden beim Speichern von den Zielservern die Header abgerufen. Ist ein „Location:“-Header dabei, handelt es sich also um eine Weiterleitung, so wird die Adresse durch das Ziel der Weiterleitung ersetzt (als angenehmen Nebeneffekt korrigiert es dadurch auch „nichkanonische“ URLs, also wenn man z.B. den / am Ende eines Verzeichnisses vergessen hat). Dadurch funktionieren die Links nach dem eventuellen Tod eines solchen Dienstes weiter, und Pingbacks funktionieren, wenn das Ziel der langen Adresse ein Blog ist.

Jetzt mag man fragen, wozu das gut sein soll, schließlich bräuchte man ja einfach nur keine verkürzten Links in seinen Artikeln einzufügen. Richtig nützlich wird das ganze tatsächlich erst, wenn Artikel auch von Nichtmenschen eingestellt werden (z.B. aus twitter). Das sieht dann z.B. so aus.

Also, wen’s interessiert: WP-ExpandURL 0.1