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Gemeinsam mit der Technik groß geworden

Wir sind die letzte Generation, die am Computer programmieren musste.

Unseren ersten Computer bekam mein Vater 1981 (oder so) zu Weihnachten geschenkt. Der musste erst noch zusammengelötet werden (also der Computer, nicht mein Vater), und er begrüßte mich mit einem Leeren weißen Bildschirm und einem kleinen schwarzen Cursor (mit einem „K“ drauf) in der linken unteren Ecke.

Der Computer sagte seinem Benutzer damit: „Wenn Du jetzt nichts programmierst, dann passiert hier nichts.“ — und mit den  nächsten zwei Computern wurde das nur unwesentlich besser…

Ausserdem war es in dieser Zeit durchaus noch möglich, seinen Computer aus versehen einfach vollzuprogrammieren, und auf einen ineffizienten Algorithmus musste man nicht ein paar Sekunden länger sondern eventuell tagelang warten.

Diejenigen, die etwas jünger sind als wir (und natürlich erst recht, die jetzt erstmals auf den Computer treffen), die fanden ein komplettes System vor. Das ist natürlich toll, denn es erschließt den Computer erst für die Nichtprogrammierer, und es ermöglicht damit erst das Internet in seiner heutigen Form (denn machen wir uns nichts vor: wir Softwareentwickler allein erschaffen diese tollen Inhalte nicht, wir schaffen die Strukturen).

Das hat aber auch Nachteile. Selbst eigentlich fähige Softwareentwickler dieser Generation haben nie hardwarenah gearbeitet und konnten so kein Gefühl dafür entwickeln, was einem Computer leicht fällt, und wofür er sich anstrengen muss. Symptomatisch dafür ist vielleicht, dass dieser xkcd-Comic beim Herumzeigen unter Kollegen doch erheblich weniger verstanden wurde, als ich gedacht hatte:

Wir sind nicht die Digital Natives (wenn es die denn gibt), aber wir sind die Digital Pioneers, wie die Kaltmamsell schon vor einiger Zeit  ganz richtig schrieb.