Donnerstag, 3. November 2016
[*]

That escalated quickly

, 23:40

Nachdem ich neulich den Brief an das Inkassobüro geschickt hatte, kam postwendend ein noch dringlicheres Schreiben zurück, das neben weiteren Androhungen noch höherer finanzieller Risiken auch folgende Passage enthielt:

Die vorgetragenen Argumente haben wir geprüft. Hiernach bleibt allerdings festzustellen, dass die gegen Sie geltend gemachte Forderung sowohl dem Grunde, als auch der Höhe nach rechtlich begründet ist.

Folgende Informationen möchten wir Ihnen gern zur Anmeldung bei unserer Auftraggeberin übermitteln:

Die Firma FunDorado GmbH stellt Internetdienstleistungen zur Verfügung. Die Annahme des Vertrages über die Mitgliedschaft erfolgte online am 20.07.2016 um 06:27 Uhr unter www.fundorado.com mit folgenden Daten:

Name: Thomas Renger
[…]
(dann folgt meine korrekte Anschrift und mein Geburtsdatum — beides nicht so schwer herauszufinden — sowie eine Mailadresse bei ok.de und eine Bankverbindung bei der Sparkasse Hamburg, mit denen ich jeweils nichts zu tun habe)

Nach den beruhigenden Kommentaren auf meinen letzten Artikel habe ich den Brief ordentlich eingescannt und abgeheftet, sonst aber ignoriert.

Förmliche Zustellung

Bis dann heute zwei Einschreiben vom Amtsgericht Hamburg-Altona mit gerichtlichen Mahnverfahren hereinkamen. Die machten ziemlich klar, dass wenn ich auf sie nicht reagieren würde, in zwei Wochen der Gerichtsvollzieher die inzwischen auf 1000 € gewachsenen Forderungen bei mir eintriebe. Nachdem ich mich über das Verfahren informiert hatte, habe ich jetzt auf beiden beigelegten Formularen jeweils angekreuzt:

❎ Ich widerspreche dem Anspruch insgesamt.

Dadurch wird FunDorado erst einmal noch mehr Geld an das Gericht bezahlen müssen, und dann können sie ihre Forderung fallenlassen oder bekräftigten. In letzterem Fall landet die Sache automatisch vor Gericht. Dort müssten sie dann zwar erstmal schlüssig nachweisen, dass ich einen gültigen Vertrag mit ihnen abgeschlossen habe, aber trotzdem ist mir die Sache jetzt doch ein wenig unheimlich…

13 Reaktionen:

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    Ruhig bleiben. Wenn sie damit vor Gericht gehen, müssen sie den Anspruch begründen; deshalb bekommst du evtl. dazu nochmal Post von einem Anwalt oder vom Gericht, das die Klageschrift weiterleitet. An deiner Stelle würde ich dann damit zu einem Anwalt/ einer Anwältin deines Vertrauens gehen, die deinen Widerspruch rechtssicher begründen kann. Auf keinen Fall irgendwas zahlen, bei Klageabweisung oder Rückzug durch FunDorado wird der Kläger dazu verdonnert, auch deine Anwaltskosten zu zahlen (das kann dein Anwalt auch so fordern). Ich habe sowas ähnliches auch schon mal ausgesessen: meine ehemaligen Vermieter kamen nach knapp vier Jahren auf den Trichter, ich würde denen noch Geld schulden. Die haben die Klage drei Tage vor der mündlichen Verhandlung zurückgezogen, keine Kosten, keine Zahlung für mich.

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    Und was ich grad nicht kapiere: wieso zwei Mahnbescheide? Es geht doch nur um eine Sache oder irre ich mich da?

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    PPS: Das Amtsgericht prüft erstmal nicht die Rechtmäßigkeit des Anspruchs. Die wird erst mit Einreichung der Klage geprüft.

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    Anja Pietzsch Das waren von Anfang an auch zwei Mahnungen, eine mit drei angeblich unbezahlten Rechnungen und eine mit zwei — allerdings alle vom gleichen Anbieter und für den gleichen Tag.

    Viel genauer weiß ich das auch nicht, denn ich habe die Rechnungen ja nicht.

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    Ah, um so besser. Die müssen sie bei der Klagebegründung nämlich als Beweis vorlegen. Ich würde das aussitzen. (Ich weiss, schreibt sich leichter als es ist. Aber das sind dubiose Methoden.)

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    Anja Pietzsch Ja, wahrscheinlich hätte ich das von Anfang an aussitzen sollen statt ihnen zurückzuschreiben, dass sie da den falschen haben. Man ist einfach zu höflich.

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    Thomas, ich vermute, die Mahnbescheide wären so oder so gekommen, Totstellen hilft da weniger.

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    Totstelle ist in jedem Fall ungeschickt, so ein Widerspruch erzeugt vor Gericht durchaus eine positive Wirkung.

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    Jay F Kay Ja, das ist ein Punkt. Sollte das wirklich vor Gericht gehen, kann ich dem Gericht meinen ersten Brief zeigen.

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