Samstag, 14. März 2020
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Tag 2 der Quarantäne

, 23:07

Wegen des gestern unfassbar vollen Supermarkts (wir standen fast eine halbe Stunde in der Kassenschlange) sind wir heute früh aufgestanden und in den Supermarkt gelaufen. Um 07:00 waren da angenehm leere Gänge und unangenehm leere Regale. Immerhin konnten wir ein paar Nudeln ergattern (gab‘s dann gleich heute Abend), aber sie hatten immer noch keine Milch (haben wir aber auch noch). Dem Drang nach Hamsterkäufen ist durch unsere kleine Küche mit entsprechenden wenig Vorratsschrank ohnehin eine natürliche Grenze gesetzt.

Solange Kind.eins nur als Kontaktperson eines COVID-19-Falls gilt und nicht selbst infiziert oder erkrankt ist, dürfen wir noch das Haus verlassen und zum Beispiel einkaufen oder mit dem Hund spazieren gehen. Sollte sie aber jetzt Symptome zeigen und dann der Virus bei ihr nachgewiesen werden, dann wären wir alle Kontaktpersonen und dürften ab da das Haus überhaupt nicht mehr verlassen. Das Schreiben des Gesundheitsamts ist da unmissverständlich und droht auch gleich Geld- oder Haftstrafen an. Deshalb sind wir heute hier im Haus die Treppen rauf und runtergelaufen, und haben schon einmal mit den Nachbarfamilien vereinbart, uns im Falle eines Falles gegenseitig die Einkäufe und auch die Hunderunden abzunehmen (im fünften Stock wohnt noch ein Hund).

Eine dreizehnjährige Pubertierende innerhalb der Familie abzusondern gestaltet sich bisher nicht so besonders schwierig. Nur beim Essen ist die zeitliche oder örtliche Trennung lästig und umständlich — naja, eigentlich gilt auch das nicht bei allen Mahlzeiten, denn zum Frühstück ist sie in den vergangenen Monaten eh nur selten erschienen.

Die ohnehin schon geschlossene Schule von Kind.eins hat heute schon eine Vorschau darauf geliefert, wie sie sich die nächsten drei Wochen bis zu den Osterferien vorstellen: die Lehrkräfte sollen den Schüler:innen der Mail Aufgaben schicken, die sollen sich dann selbständig einen Wochenplan schreiben, die Aufgaben abarbeiten, und die Ergebnisse per Mail zurückschicken. Ich bin mal sehr gespannt, wie das klappt.

Formblatt: Aufgaben während der Schulschließung
Formblatt: Aufgaben während der Schulschließung

Bei Kind.zwei ist die Schule ja am Montag noch geöffnet. Da sollen die Aufgaben direkt verteilt werden.

Am nächsten Wochenende wären wir in München zu einem Fest in der Verwandtschaft eingeladen gewesen. Die Bahnfahrkarte dazu hatten wir schon gekauft, und ich dachte eigentlich, wegen der Unsicherheit der Coronasituation extra für 10 € mehr einen Sparpreis (statt Supersparpreis) ausgewählt zu haben, um die Fahrt wieder stornieren zu können. Erstaunlicherweise steht auf dem Onlineticket jetzt trotzdem „Storno ausgeschlossen“. Vielleicht habe ich das auch nicht richtig gelesen. Es gibt aber im Moment auf der Bahnwebseite ein Formular, in dem aus Kulanz Karten zurückgegeben werden können, die aufgrund der Coronaepidemie nicht angetreten werden können. Da habe ich meine Fahrkarte jetzt mal eingetragen.

12 Reaktionen:

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    „Eine dreizehnjährige Pubertierende innerhalb der Familie abzusondern gestaltet bisher nicht so besonders schwierig.“ ist mein Satz des Tages. So voller lakonischer Ruhe, herrlich. Weiterhin alles Gute für Euch!

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    Lese gespannt mit. Alles Gute!

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